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Udo Jürgens vs. Gilberto Gil

Juli 25th, 2007 von buergermeister

Da wird sich aber die IFPI ganz schön in den Arsch gebissen haben, als gestern die britische Regierung die Verlängerung der urheberrechtlichen Schutzfristen für Musikaufnahmen von 50 auf 95 Jahre abgelehnt hat. Tja da half auch nicht da Vorschicken von Cliff Richards, ja sogar Tote unterstützen die Musikindustrie. Auch in Deutschland setzen sich die Musikkonzerne vehement dafür ein, eine Verlängerung der Schutzfristen zu erreichen. Unterstützung erhalten die Konzerne von Veteranen des Musikgeschäfts wie Udo Jürgens. Angela Merkel ließ sich das Anliegen unlängst persönlich “vorsingen”. Aber wer zum Teufel ist schon Udo Jürgens? Ist er auch so ein international anerkanntes Musikgenie wie Gilberto Gil? Wieviele Goldene Schallplatten hat denn der Herr Bockelmann schon? Was wiegt schon eine Ehrenprofessorenwürde der Universität Wien gegen den Polar Music Prize von Gilberto Gil? Bockelmännchen alias Udo Jürgens meint:

Immer mehr Künstler müssen die bittere Erfahrung machen, dass ihre frühen Aufnahmen und ihr geistiges Eigentum ohne ihr Wissen, ihren Einfluss und ohne eine Entschädigung veröffentlicht und kommerziell ausgewertet werden.

Und was meint Gilberto Gil?

“Ich denke, dass der Künstler über eine dieser Lizenzen die direkte Kontrolle über sein Werk bewahren kann. Gleichzeitig kann der Künstler auf diesem Weg seiner Werke selbstständig vermarkten. Das eigenständige Vermarkten erhält auf diesem Weg wieder ein reelle Chance, indem das Werk direkt der Administration des Urhebers untersteht und dieser stete die Oberaufischt behält.”

Gilberto Gil redet hier von den Creative Commons Lizenzen. Er hat ja übrigens die Sampling Lizenzen, die speziell für die USA und Brasilien geschaffen wurden, mitgestaltet.

Geschrieben in Distribution Drama, Enemy at the Gates | 4 Kommentare »

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  • 4 Kommentare

    1. Elke Walser Sagt:

      Leider sind die Creative Commons nicht im Sinn der GNU GPL … (kein Quelltext ernsthaft erforderlich!)
      Aber es gibt ja die ältere Lizenz für freie Inhalte, die das sehr wohl berücksichtigt und auch schon ausgefeilter ist.

      http://www.neppstar.net handelt im Sinne der freien Software und verteilt freie Musik im Sinne des GNU GPL Gedankens. Setzt euch mit denen mal in Verbindung – die verwenden auch Linux und sind im deutschsprachigen Raum die Nummer 1

    2. buergermeister Sagt:

      Ich wüsste zwar nicht, dass die Nummer eins diesbezüglich sind. Eigenwerbung für solche Projekte, ist hier durchaus erlaubt, aber das obscheint mir sehr heftig!

    3. karl-tux-stadt.de » Creative Commons unser Superstar Sagt:

      [...] Leser bekamen auch Tips in Artikeln wie Onehitwonder oder Für die Kreativität oder Udo Jürgens vs. Gilberto Gil. Ich suche also für diese Aktion etwas was unter der Creative Commons lizenziert ist. Das kann [...]

    4. Tonnenweise Papier : Karl-Tux-Stadt Sagt:

      [...] Sinngemäß sprechen die “Zöglinge der Musikindustrie” in ihrem offenen Brief an die Kanzlerin davon, dass geistiges Eigentum das Öl des 21ten Jahrhunderts sei. Was wenn Öl frei [...]

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