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Wissensfaschisten

April 6th, 2007 von buergermeister

Der Jörn vom Ende der Vernunft fragt sich heute wo die ganzen Usenet-Beamten abgeblieben sind, die früher das Usenet zu reglementieren versuchten, dass selbst die US-Steuergesetze dagegen harmlos sind. Er kommt zu dem Schluss, dass die alle bei der deutschen Wikipedia gelandet sind. Ich schimpfe sie nicht nur Regmlementierungsbeamte, mir fällt da eher das Wort Wissensfaschisten ein. Und das hat auch nichts mehr mit preussischen Ordnungstrieb wie fixmbr dazu meint zu tun. Wiki-Nazis, wie da zappi schreibt, passt schon eher. Letztens war dort noch die deutsche Piratenpartei irrelevant, jetzt sind es dutzende Linuxdistributionen. Irgendwie erlebe ich da gerade Bücherverbrennungen wider dem undeutschen Geist, ja das hat irgendwie einen faschistischen Touch. Wer entscheidet welches Wissen relevant und welches unrelevant ist? Auf die Liste der Löschkandidaten gerieten solche Distributionen wie grml, skolelinux, CentOS, Mepis, Aurox und Kurumin. Letzteres wird jetzt gelöscht, was ich persönlich schade finde. Da Fedora nicht betroffen ist, kann man ganz nüchtern davon berichten.

Geschrieben in Enemy at the Gates, Wundersame Webwelt | 11 Kommentare »

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11 Kommentare

  1. Oliver Sagt:

    Wenn man weiß wie der preußische Ordnungstrieb ausgelebt wurde und das dieser mitunter die Basis bildet für die faschistische Wucherung in Deutschland, dann paßt es schon ;)
    Wenn nämlich allgemein von preußischen Tugenden fabuliert wird, übersieht man gern die damit einhergegangene gebrochene Gesellschaft, die letztendlich zu vielerlei Unbill führte. Auch langt es mir nicht nur Technik-affin auf eine Stelle hinzuweisen, weil eben das ganz Problem in seiner Tragweite mehr oder weniger unter den Tisch fällt.

  2. buergermeister Sagt:

    Oli, das was man heute allgemein unter preussisch versteht ist leider schon die pervertierte Form.

    “Die Relegionen seindt alle gleich gut, sie müssen alle tolerieret werden. Der Fiskal muss nur ein Auge auf sie haben, dass sie sich nicht gegenseitig drängen”

  3. Oliver Sagt:

    Ich sehe als Historiker das ganze damalige System als pervertiert und die Lorbeeren mit den der “alte Fritz” gelobhudelt wird als reichlich befremdlich an. Man möge mir also nachsehen, das ich da genau unterscheide ähnlich jemandem dem man Solaris == Linux == BSD == Windows vor die Füße wirft ;)

    Btw. die Rechenaufgaben werden auch immer größer da unten :D ;)

  4. Zappis Welt Sagt:

    Die Wiki Nazis schlagen wieder zu…

    Nachdem nun in der der Vergangenheit die Mitarbeiter der Wikipedia Deutschland durch ihre Geschichtsverfälschungen aufgefallen sind. Gibt es wieder neuen Zündstoff. Bei Pro-Linux ist zu lesen, dass Einträge diverser Linux Distributionen gelöscht wo…

  5. zappi Sagt:

    Die Rechenaufgeben sind wirklich eine harte Nuss. Wenn das erst in den zweistelligen Bereich geht muss ich schon zu bc greifen. ;)

  6. Daniel Weigelt Sagt:

    Die Wörter “Faschisten” und “Nazis” dafür zu verwenden, ist, sorry, eine bodenlose Dummheit.

  7. soso Sagt:

    Ich sehe das Problem schon was die intention hinter dem ganzen ist: Zu viele Artikel die unmöglich wartbar sind. Nur der Lösungsweg ist schlicht weg suboptimal, man sollte die Wikipedia aufteilen in einen Core teil (so ca. 50.000 Lemata ist halbwegs realistisch) auf die aufgepasst wird der Rest sollte in ein Universe kommen das auch als solches Gekenntzeichnet wird wo dann auch Platz für kleine Distributionen, 2 Mitgliederparteien ect ist.

    Damit wird nichts gelöscht und trotzdem die Qualität im Kern gesichert, und wenn dann etwas wichtiger wird (PPD bekommt bei Wahlen 2% oder sonst was) hat man auch gleich einen Artikel für den Core.

  8. b-o-f-h blog Sagt:

    nicht relevant……

    Der Bürgermeister spricht von Wissens-Nazis, Oliver von F!XMBR spricht von preußischen Ordnungstrieb, und Jörn (Ende der Vernunft) hat endlich die Usenet-Beamten wiedergefunden. Die Rede ist von Wikipedia, ja genau der großen Wissensdatenbank in ih…

  9. Notizblog » Stille Post für Herrn Godwin Sagt:

    [...] Karl-Tux-Stadt: “Wissensfaschisten”. [...]

  10. blog.babytux.de » Neues Wiki über freie Software Sagt:

    [...] und die “möglicherweise ehemaligen Usenet-Beamten” mutierten gar zu “Wissensfaschisten” und bereinigten den Wissensbestand der Online-Enzyklopädie von unnötigem Ballast in Form [...]

  11. Kai Bohrmann Sagt:

    Hallo,

    “Wissens-Faschisten” ist der exakt richtige Begriff! Ich beobachte die Wikipedia schon länger und habe dazu gerade vor ein paar Tagen einen Artikel veröffentlicht:.

    Denn es ist ein neuer Fall von “Säuberung” bekannt geworden. Bei der Verlagsgruppe “Motor Presse Stuttgart” wurde von Administratoren die “Presserats-Affäre 2006/2007″ mehrfach gelöscht. Es gab eine öffentliche Rüge gegen einen Verlagstitel im März 2007, das kann jedermann in der Presserklärung auf der Homepage vom Deutschen Presserat nachlesen!

    Bei Wikipedia haben Administratoren diese Tatsache – ohne Begründung – ganz im Sinne der “Motor Presse Stuttgart” aus der Unternehmensgeschichte gelöscht.

    Ich stelle mir ja nicht mehr die Frage, nach der persönlichen Integrität bestimmter Administratoren. Ich stelle mir die Frage, inwieweit der “Wissens-Faschismus” gesamtgesellschaftliche Auswirkungen hat. Wie viele vielleicht nicht wissen, veranstaltet Wikipedia ganz gezielt Workshops an Schulen.

    Hat jemand von Euch Kinder? Ich würde sowohl die Scientology aus der Schule eigenhändig rausprügeln, wie auch die “Wissens-Faschisten” von Wikipedia. Die Infiltration mit dem Gedankengut, “glaube nur dem Artikel, den Du selbst gefälscht hast” kann es ja wohl nicht sein.

    Ãœbrigens: Ich habe in der Vergangenheit ein Experiment bei Wikipedia durchgeführt. Ich habe einen beliebigen Artikel zur Löschung vorgeschlagen, abstruse Behauptungen aufgestellt und die Admins beschimpft, dass Sie sich öffentlich als inkompetent darstellen, wenn sie nicht löschen. Und? Ich hatte “Erfolg”. Das nur als Beispiel, wie Wikipedia funktioniert: Durchschnittlichkeit und Masseneffekte.

    Das alles ist ja okay – nur Enzyklopädie sollte man das nicht nennen, und verdammt noch mal von den Schulen fern bleiben.

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