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Dinge die die Welt nicht braucht – Consort

Januar 21st, 2013 von buergermeister

Es dürfte sich bereits herum gesprochen haben, es gibt einen weiteren GNOME Fork. Nach Mate und Cinnamon gibt es nun auch Consort und ob dieser Desktop ein Gewinn ist, ist fraglich. In letzter Zeit hört man immer wieder Stimmen, die da rufen das diese Forks der Tod des Linux-Desktop sein werden. Man solle doch besser die Ressourcen bündeln. Das ist für mich totaler Schwachsinn, die Forks und die Vielfalt nicht nur unter den Linux-Desktops sind der Motor, der die Entwicklung vorantreibt. Wenn man sich einmal rückbesinnt, gäbe es überhaupt kein GNOME, wenn Miguel de Icaza nicht vollkommen anderer Meinung gewesen wäre als Matthias Ettrich. Eine andere Meinung zu haben und diese auch in Code umzusetzen, ist nicht nur Tradition sondern auch notwendig.

Allerdings macht ein Fork auch nicht immer Sinn, wie am Beispiel von Consort. Dieser kam zustande, weil der GNOME-Fallbackmodus demnächst wegfällt, mit dem man auch ohne 3D-Beschleunigung einen GNOME-Desktop einsetzen konnte. Sicher ein nützliches Feature, schliesslich gibt es auf unserem Globus immer noch Rechner, die derartiges nicht besitzen. Wenn aber die Arbeit am Fallbackmodus eingestellt wurde, weil sich keiner um den Code gekümmert hat, muss man sich fragen ob ein Fork Sinn macht.

Wenn man einen Blick über die Forks und Newcomer der Linuxdesktops wirft, stellt man fest, dass diese neuerdings aus dem Hause von Distributionen kommen. Scheinbar denken einige Distributionen, sie benötigen eine Alleinstellungsmerkmal Desktop Environment und das fängt bei Ubuntus Unity an. Das bisher von keiner anderen Distribution eingesetzt wird (werden kann). Dieses Mal ist die Distribution Solu OS die treibende Kraft und wenn man die Seiten dieses Projektes aufsucht und nur einen Blick auf die Seite mit den Namen der Entwickler wirft, kann man sich fragen ob die paar Hanseln, denn die Kraft für ein “ganzes” Desktop Environment aufbringen werden. Ich bin ja wirklich ein Liebhaber der Vielfalt aber an der Stelle frage ich mich wirklich ob es Sinn macht. Falls es noch andere Gründe, für einen Fork gegeben hat (die ich mir durchaus vorstellen kann) sollte man diese auch offen benennen. So jedenfalls bekommt das Ganze den faden Beigeschmack eines “Marketingforks”.

Geschrieben in Desktop Revolution, fedorapeople, ubuntuusers | 7 Kommentare »

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7 Kommentare

  1. Dr. Azrael Tod Sagt:

    ich verstehe diese ganze aufregung um das “Desktop Environment” sowieso nicht.
    Ich will gefälligst nicht irgendwelchen zusammenhängenden Scheiß benutzen sondern einfach einen guten Fenstermanager der tut was er soll und die bestmöglichst funktionierenden Programme dazu packen.
    Da ist mir dann auch egal ob das Programm jetzt der default-editor ist welcher mit dem WM kommt, der von der “Konkurrenz” oder was ganz anderes. Ich will virtuelle Bildschirme, tiling oder wenigstens händisch andockbare Fenster und ähnliche Funktionen. Was ich hingegen nicht brauch sind 3D-Effekte und transparenz. Das bringt mir in der Handhabung keinerlei Vorteile.

    Dann brauche ich halt etwas um jene Programme zu starten, das ist eine einfache Aufgabe, die kann der Fenstermanager mit übernehmen, muss aber nicht. Auch da versagt Unity komplett. Was ist so schwierig daran Programme in Gruppen zu sortieren und eine Baumstruktur abzubilden? Nein, ich will nicht nur die letzten 10 Grafikprogramme sehen, ich will alle sehen die ich installiert hab. Warum sollte ich sie sonst installiert haben?

    Kurz: die ganze Entwicklung von Unity/Gnome3/KDE und co. geht schon seit Jahren völlig an mir vorbei.

    Jetzt könnte man sagen “aber du bist doch auch Techie und hast andere Anforderungen als $DAU”, aber kommen die denn mit Unity und co. klar?
    Wenn ein DAU nicht alle Programme aufgelistet sieht, wird er nicht weitersuchen, er gibt auf. Wenn ein DAU kein deutlich sichtbares Startmenü sieht, wird er bestenfalls verwirrt gucken. Auch von 3D-Sonderfunktionen und ähnlichen Spielereien hat ein DAU selten was.
    Ein DAU kennt was Windows in den letzten 10 Jahren anbot und will dies nutzen.

    (Warum wir ein DAU-optimiertes System in den Himmel loben, wo doch die meisten Linux-Nutzer eben keine DAUs sind, will ich lieber garnicht fragen.)

  2. Christoph Sagt:

    Ich denke, dass es nichts ausmacht, wenn immer wieder Lieblingsprojekte veröffentlicht werden und Desktops neu entstehen oder geforkt werden. Wenn Sie überleben, okay, oder sie geraten einfach wieder in Vergessenheit und jemand hat zwischenzeitlich Spaß gehabt und was gelernt.

    Ein “DAU” ist häufig unvoreingenommen und stellt sich viel leichter auf “was alternatives” um, als mancher Techie. Ein Handy kann auch jeder bedienen – egal mit welchem OS. Jeder Hersteller passt es ein bisschen an, die Grundprinzipien bleiben gleich.

    Bei unseren Desktops ist es doch auch so: Startleiste, Menüs, Icons, Scrollbars usw. Das Grundparadigma ist überall ähnlich.

    Das Unity nicht benutzbar sein soll, verstehe ich nicht. Verglichen mit Mac und Win empfinde ich es als ziemlich komfortabel und gleichzeitig nicht so überladen. Die Anwendungen sind dort genau so nach Kategorien geordnet und lassen sich gezielt raussuchen, falls man mit der Suche nicht weiter kommt. Unity bietet mir sogar Anwendungen an, die nicht installiert sind, aber meinem Zweck dienlich sein könnten. Tippe ich “bild” ein, kommt Bildbetrachter, Gimp, Bildschirmfoto – falls nicht installiert, so passiert es dann ganz schnell.

    Und so gibt es noch ein Haufen anderer nützlicher Dinge, v.a. im täglichen Arbeitsalltag mit vielen Fenstern.

    Und nein, Unity ist nicht langsam. Und nein, es braucht nicht viel Hauptspeicher.

    Ich gönne jedem seine Vorlieben – wo ist das Problem. Weshalb muss man sich immer abgrenzen und von anderen Entwürfen so resolut distanzieren?

    Ich nutze schon seit über 15 Jahren Linux – hat sich super entwickelt. Und ich war immer froh, dass ich mal was alternatives auf dem Desktop probieren konnte. Lange war Gnome mein Favorit. Unity ist es jetzt. Und wer weiß, was kommt…

  3. querdenker Sagt:

    Unity gibt es für Fedora und auch Suse. Glaube auch für Arch!

    http://www.pro-linux.de/news/1/17084/unity-fuer-opensuse.html

    http://www.golem.de/news/linux-desktops-cinnamon-und-unity-fuer-fedora-1207-93372.html

    Ob es aktuell ist weiss ich aber nicht!

  4. buergermeister Sagt:

    @querdenker weit gefehlt, die Arbeit daran hat Nelson vor langer Zeit eingestellt der hat ohnehin gerade die Nase von openSUSE voll und ob ich mir ein Paket aus dem OBS auf Fedora installiere ist wohl fraglich

  5. Stefan Sagt:

    Ich bin da total anderer Auffasung. Es gibt nichts besseres als forken. Ein Fork bedeutet Kritik einer bestehenden Arbeit und dass man von nun an eigene Ideen verwirklichen will. Neue Ideen und neue Impulse, das ist nun wirklich nichts schlechtes? Man schaue sich doch einmal github an: Da ist der Fork elementar und sogar als Button-Funktion hinterlegt – find’ ich total klasse. Dein gescholtener „Marketingfork“ wird sowieso keinen Erfolg haben, wenn er sich als solcher entpuppt, denn so blöd sind die Leute nicht. Es setzt sich eben das durch, das den meisten Menschen zusagt, das andere “stirbt” ab oder dümmpelt ein Nischendasein. Ich stimme “Dr. Azrael Tod” in vielen Punkten zu, vor allem dass mir die Desktop Diskussion total am Arsch vorbeigeht. Ich habe noch nie verstanden warum man den ganzen Compiz-Schlagschatten-Animations-Transparenz-Dreck braucht, statt dass man OpenGL hernimmt und einfach nur den Desktop schnell macht. Und hätte es die Mate/Cinnamon-Forks nicht gegeben, wäre die beratungsresistenten Gnome-Entwickler nie auf die Idee gekommen für die Zukunft eine Classic-Shell Variante anzubieten. In diesem Fall hat sich das Forken ja dicke gelohnt. Wenn Gome-Shell so geil wäre, würde doch nimand auf die Idee kommen den Fallback-Modus zu forken? Und sie tuen es doch … gut so.

  6. Dr. Azrael Tod Sagt:

    @Christoph

    Ich denke, dass es nichts ausmacht, wenn immer wieder Lieblingsprojekte veröffentlicht werden und Desktops neu entstehen oder geforkt werden. Wenn Sie überleben, okay, oder sie geraten einfach wieder in Vergessenheit und jemand hat zwischenzeitlich Spaß gehabt und was gelernt.

    Dem widerspreche ich nicht. Ein nichtbeachteter, gestorbener Fork ist auch nichts was dem Ursprungsprojekt irgendwie geschadet hätte. Vlt. kann man sogar die eine oder andere Codezeile übernehmen.

    Ein “DAU” ist häufig unvoreingenommen und stellt sich viel leichter auf “was alternatives” um, als mancher Techie. Ein Handy kann auch jeder bedienen – egal mit welchem OS. Jeder Hersteller passt es ein bisschen an, die Grundprinzipien bleiben gleich.

    Dem stelle ich Android-Projekte entgegen bei denen mich Leute angemeckert haben man könne ja nichts einstellen. Der Grund: sie haben die Hardwaretaste für “Menü” nicht gefunden.
    Ich kenne wirklich genug Leute die dringend ihr “Startmenü” haben wollen und noch viel mehr Leute die auch so einfache Funktionen wie virtuelle Desktops nie finden, weil sie einfach in ihrer Gewohnten Umgebung nicht vorkommen.

    Tippe ich “bild” ein, kommt Bildbetrachter, Gimp, Bildschirmfoto – falls nicht installiert, so passiert es dann ganz schnell.

    Und genau das, würde ich behaupten, tut $DAU nicht. Der klickt das Menü durch und scheitert.

    Und so gibt es noch ein Haufen anderer nützlicher Dinge, v.a. im täglichen Arbeitsalltag mit vielen Fenstern.

    Ja, das kann aber i3 auch.

    Und nein, Unity ist nicht langsam. Und nein, es braucht nicht viel Hauptspeicher.

    Unity ist überhaupt nicht verwendbar mit weniger als 1GB RAM und heute auf einem aktuellem Rechner so schnell wie vor 10 Jahren die damals aktuellen Fenstersysteme. (Wobei Unity nicht mein Hauptproblem ist, KDE ist da um Welten schlimmer, aber das war es damals auch schon)

    Das bedeutet nicht dass man damit nicht arbeiten könnte, ich hätte nur gerne auch einen Vorteil davon einen erheblich schnelleren Rechner als vor 10 Jahren rumstehen zu haben.

    Das hab ich aber schon vor 3 Jahren angemeckert ohne dass es irgendwen interessiert hätte.

    Mein Hauptproblem mit der ganzen Sache ist und bleibt aber eigentlich wirklich dass ich nicht verstehe warum man Linux-Desktops unbedingt so extrem an DAUs anbiedern muss, wenn diese Linux eh nicht verwenden. Ich glaube einfach dass die Stärken viel eher im technik-nahen, leicht scriptbaren Bereich liegen und dass man sich vlt. doch eher an die etwas versiertere Benutzerschicht halten sollte als alles Bonbon-Bunt zu gestalten.

  7. Jeannie Sagt:

    Das einzige Ding, das die Welt nicht braucht ist die Gnome 3 Shell,deren verantwortliche Macher sich einen Dreck darum scheren, was User wollen und von profilierungssüchtigen Designern strikt im Hinblick auf ‘Markenidentität’ ohne Berücksichtigung auf Benutzbarkeit entwickelt wird. Consort ist das, was Gnome 3 von Anfang an als Default für Desktops hätte anbieten sollen. Die Shell ist für größere Formfaktoren und Leute, die mehr machen wollen als ENTWEDER im Web Surfen ODER Videos schuen ODER sozial zu Netzwerken allein schon durch ihre Vollbilddarstellung aller Anwendungen udn das deswegen nicht vorhandene Multitasking ( Ein mehrere Terminals, einen Editor und vielleicht noch einen Browser gleichzeitig auf einem Workspace offen zu haben ist per Default nicht möglich, das ist lächerlich auf großen Monitoren!)gänzlich ungeeignet udn stellt das produkt eines Handy/Tabletfixierten Designers dar, der leider keien Rücksicht auf Desktopuser nimmt. Ich habe Consort in SolusOS ausprobiert, es läuft flüssig, es ist konfigurierbar und ich kann es mir so einrichten, wie ICH will, und muss nicht hinnehmen, was Jon mcCann meint für mich als funktionierend designt zu haben. Das Argument: Aber es gibt doch Extesnions ist ungültig, das sind alles halbgare Erweiterungen, die mit jedem Gnome 3.x Funktionssprung absichtlich unrauchbar gemacht werden, genau wie Themen von Drittanbietern, alles um die Markenidentität zu schützen.
    ImhO ist Consort die Zukunft von Gnome 3 als benutzbarer Desktop, die Shell solte endlich als gescheitertes Usability-Experiment eingestellt werden.
    J.

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