TagCloud

Ein Farbprofil des Monitor erstellen…

November 9th, 2012 von buergermeister

Da ich in Brno zum Linux ColorManagement Hackfest bin und ohnehin meinen Screen zu kalibrieren habe, ist es wahtscheinlich eine gute Idee zu schreiben, wie das Ganze funktioniert.
Nutzer von Ubuntu müssen zuerst das Paket “colormanager” installieren, bei Fedora und openSUSE sollte dieses bereits installiert sein. Dann findet man in den Systemeinstellungen, das Menü für “Farbe”.

Öffnet man diesen Dialog, bekommt man die Geräte angezeigt, die aktuell am Gerät zu finden sind, die man kalibrieren kann.
Nutzer von KDE müssen derzeitig dispcalGUI benutzen, um ihre Geräte zu kalibrieren. Für Ubuntu und openSUSE ist das Paket in den Repositories verfügbar, Nutzer von Fedora müssen leider selbst kompilieren oder können ein Paket vom Autor benutzen benutzen. Die Benutzung ist am Ende ziemlich die Gleiche, nur das dispcalGUI einige Optionen zur Profilerstellung mehr bietet.
Nachdem ein entsprechendes Kalibrierungsgerät angeschlossen ist, wird der Button “kalibrieren” freigeschaltet. Ich habe an der Stelle einen ColorHug benutzt, ein Open Source Gerät, welches für relativ wenig Geld bei Richard Hughes, dem Autor von colord zu erwerben ist.
Einziges Nachteil von ColorHug ist, dass es ein ziemlich kleines Gerät ist und schlecht am Bildschirm anliegt. Das Ganze während der Profilierung fest zu halten ist keine gute Idee, da der Prozess einiges an Zeit in Anspruch nimmt. Man sollte sich also eine Möglichkeit einfallen lassen, den ColorHug am Monitor zu halten. In meinem Fall ein Gummiband, welches den Hug am Screen des Laptop hält.

Mit dem ColorHug wird auch eine CD geliefert, auf welcher eine Fedora Liveversion enthalten ist, um den Monitor zu profilieren, auf der CD ist auch dispcalGUI enthalten. Nach dem Kalibrierung ausgwählt wurde, wird man durch einen ziemlich einfachen Dialog geführt, der einem erlaubt die Genauigkeit der Profilierung auszuwählen.

Am Ende wird ein graues Feld angezeigt auf das das Kalibrierungsgerät gelegt werden muss. Danach kann die Profilierung gestartet werden. Während der Profilierung, werden auf dem grauem Feld wechseln eine Anzahl an Grautönen und Farben dargestellt, um die Wiedergabe des Screen festzustellen.

Am Ende zeigt ein neues Fenster mit einem Smilie, das Ende der Profilierung an und im Menü “Farbe” ist jetzt ein Profil für den Monitor zu finden und auch das Alter dieses Profiles.

So wie man sehen kann, ist das Ganze eigentlich nicht unbedingt schwierig. Die Profilierung muss von Zeit zu Zeit wiederholt werden, da ein Monitor mit zunehmendem Alter an Leuchtkraft verliert und auch die Farbfilter sich ändern. Allerdings braucht man zur Profilierung ein entsprechendes Gerät. Aber mit dem ColorHug gibt es ja seit einiger Zeit ein kostengünstiges Open Source Gerät.

Geschrieben in Basic Knowledge, fedora-design, fedorapeople, ubuntuusers | 17 Kommentare »

ähnliche Artikel: Inkscape Workshop Phnom Penh | FAD APAC 2014 | Release Party Phnom Penh | Big Week Cambodia | Badges are awesome... |

17 Kommentare

  1. Martin Sagt:

    Ist das ganze nur für Grafiker interessant oder wird hier auch tatsächlich die Farbgebung des Desktops in irgendeiner Weise verbessert? Merkt man direkt einen Unterschied nach der Kalibrierung?

  2. buergermeister Sagt:

    @Martin nein, das ist nicht nur für Grafiker interessant. Ich hab auf dem letzten LinuxTag einen Vortrag gehalten, auf dem ich bereits gesagt habe, dass CM nicht nur für eben “Grafiker/Designer” als Zielgruppe interessant ist.

    *Leute mit Farbsehfehlern
    *Anwendungen die genaue Farbwiedergabe benötigen zB Thermoscans
    *und selbst die breite Masse, stell Dir vor deine Frau bestellt bei z*** ein paar pinke Pumps und wenn sie ankommen sind die aber mehr Lila, die wird dir das ganze Wochenende in den Ohren liegen und jammern und sie zurück schicken

    am Ende ist es für alle Nutzer interessant

  3. Anonym Sagt:

    Ein Wikiartikel bei ubuntuusers wäre da eine coole Sache. Da sucht man eher als in einem Blog.

  4. buergermeister Sagt:

    @Anonym keiner hält dich vom schreiben ab ;)

  5. Ribiku Sith Sagt:

    Wollte fragen, ob Du ggf. was zur Qualität der Kalibrierung sagen kannst. Also zum Gerät selbst, bzw. ob Du vielleicht mit anderen Geräten vergleichen kannst. Suche ein Gerät für die Arbeit, jedoch müsste es auch 100% unter Linux laufen.

    Ribiku

  6. buergermeister Sagt:

    @Ribiku ColorHug läuft selbstverständlich mit Linux und ArgyllCMS das sich eigentlich unter vielen Funktionen von colord bzw dispcalGUI befindet, erkennt eine Menge solcher Geräte.

    Zur Qualität, es ist nicht perfekt aber es arbeitet. Welches Gerät Du kaufst hängt ganz einfach von deinem Geldbeutel ab. Ich kann mir ganz simple kein Gerät für diesen Zeck für um die 350€ leisten und das ist etwa das, was Einstiegsgeräte kosten.

  7. Maxi Sagt:

    Ich habe mir im März einen ColorHug bestellt, ausprobiert, und die Profile waren stark rotstichig. Das Problem ist auch auf der Mailingliste irgendwie bekannt und ist kein Produktionsfehler, sondern irgendwas mit meinen Bildschirmen, aber keine Ahnung, ich hab es an verschiedenen IPS-Monitoren und sogar an einem MacBook probiert, immer rotstichig. Die Fedora-Live-CD war auch eine einzige Qual ohne Anleitung, und das Gerät verbindet sich nur wenn es gerade Lust hat. Hab das Ding auch noch einem Freud gegeben, der stieß auf die selben Probleme. Ich weiß schon, das ist ein spezielles Projekt, aber es sollte trotzdem auch funktionieren – das waren definitiv 70 € zu viel für unbrauchbare Farbprofile.

  8. buergermeister Sagt:

    Rotstichig ist erstmal gut das kann ganz einfach daran liegen, dass Du blau beim Monior gewöhnt bist.

    Da Richard aber gerade 2m von mir entfernt sitzt und ich ihm den Kommentar übersetzt hab, sagt er es klingt mit den Verbindungsproblemen eher wie ein Hardwaredefekt. Auf der Verpackung ist seine Mail, du sollst ihm ne Mail schreiben und entweder bekommst ein Austauschgerät oder Geld zurück

  9. Matthias Sagt:

    Ah! :) Jetzt finde ich es noch mehr schade, dass ich nicht zum Color-Management-Hackfest kommen kann. – Ich wusste gar nicht, dass du Sirko bist…
    Wieder was gelernt!

  10. it-frosch Sagt:

    Hallo Sirko,

    ich habe gerade meinen ersten mit Scribus erstellen Flyer drucken lassen und hätte gern vorher meinen Bildschirm kalibriert. Leider gibt es zu dem kein Farbprofil. Mit Hilfe deines Artikels weiß ich jetzt wie ich mir preisgünstig eins erstellen kann.
    Danke dir!

  11. buergermeister Sagt:

    @it-frosch naja, wer kein Measurement-Device hat, kann ja versuchen eines unter http://icc.opensuse.org zu finden

  12. it-frosch Sagt:

    @buergermeister
    prima link. Dort gibt es auch noch kein Benq, aber das kann ich ja dann ändern. ;-)

  13. Uwe Sagt:

    @Buergermeister: Wenn Du Einsteigergeräte für 350 Ocken angeboten bekommst, dann gehst Du in die falschen Läden. Sehr brauchbare Einstiegsgeräte, noch dazu von Firmen denen ich aufgrund jahrelanger Erfahrung im Colormanagement eher trauen würde als einem Newcomer am Markt, gibts für wenig mehr Geld als was der ColorHug kostet.

    @Ribiku Sith: Eine Liste der unterstützten Geräte findest Du unter:
    http://www.argyllcms.com/doc/ArgyllDoc.html

    Bei manchen älteren Geräten (Spyder I/II) muss man aufpassen, die haben mit aktuellen WideGamut-Monitoren Probleme, weil sie einfach nicht mit dem großen Farbraumumfang der Monitore klar kommen.

    Aus eigener Erfahrung würde ich zu einem dtp-94 raten, gibts auch gelabelt als Quato Silver Haze pro, gebraucht um die 100 Euro zu bekommen.

  14. buergermeister Sagt:

    du verschweigst uns ja dann auch deinen “Laden” statt dessen empfiehlst du uns ein Gebrauchtgerät, welches dann schon über dem Preis liegt….

  15. Uwe Sagt:

    Der Laden spielt keine entscheidende Rolle, jeder bessere Internetversender kann da helfen. Dienste wie Geizhals sind da notfalls bei der Suche behilflich. Leuten, die in der Lage sind Blogkommentare zu verfassen, traue ich aber durchaus zu das selbst zu finden.

    Zum Rest hatte ich oben schon was geschrieben: 70 Euro wären mir für ein Experiment als Early Adaptor zu teuer, dann lieber was drauf legen und eine umfassend getestete und sicher laufende Lösung anschaffen.

  16. Florian Sagt:

    Hi,
    wie bekomme ich denn die Farbprofile von der Live-CD in mein laufendes Ubuntu 12.04? Ich würde den icc-Ordner unter ~/.local/share kopieren. Und dann? Wo wähle ich das aus? Wenn ich unter “Farben” in der Systemsteuerung schaue, ist die Liste leer. Einen neuen Eintrag kann ich für einen Monitor auch nicht hinterlegen…

  17. Florian Sagt:

    … und hier die Lösung :/

    http://askubuntu.com/a/192125

    Das Problem lag an einem Configure-Fehler vom Paket colord. Obiger Link führt zu einer Lösung, mit der ich dann die Datei colord.postinst mir anschauen konnte: Die Scanner-Benutzergruppe war keine Admin-Gruppe. Und das soll man nun wissen!

Einen Kommentar abgeben

Bitte beachte: Die Kommentare werden moderiert. Dies kann zu Verzögerungen bei Deinem Kommentar führen. Es besteht kein Grund den Kommentar erneut abzuschicken.