TagCloud

Ein Blick auf GNOME 3.6

September 29th, 2012 von buergermeister

Vor einigen Tagen ist die Version GNOME 3.6 veröffentlicht worden, Zeit um einen Blick auf die Änderungen zu werfen. Die neue Version bring einiges an Änderungen mit, einige werden wieder geliebt und gehasst werden. Eine der ersten Änderungen bringt wohl eine wirklich benötigte Funktion zurück, die wohl viele mittels Extension in vorhergehenden Versionen nachgerüstet haben – den “Power Off”-Eintrag im User Menü.


Neu gestaltet wurde die Bildschirmsperre, ist diese aktiviert wird der Bildschirm von einer Art Vorhang verdeckt, den man erst mit der Maus hochziehen muss um an die Eingabe für das Passwort zu gelangen. Ob diese neue “Feature” allerdings viele Freunde gewinnen wird, ist zu bezweifeln, klar es sieht schick aus aber nur kurz die Maus bewegen ist etwas anderes als eine Ziehbewegung. Zumal man eigentlich auch einfach mit der Eingabe des Passwortes beginnen konnte. Damit auch jeder sieht, dass man diese Bewegung machen muss wird auch mit einer Pfeilbewegung darauf hingewiesen. Allerdings kann man auch mit einer Drehung des Mausrades oder mit Drücken der Esc-Taste an die Eingabe gelangen.

Fortschritt gibt es auch bei der Internationalisierung, so kann man jetzt mehrere Sprachen verwenden. Die eher nervige Such bei Wikipedia und Google im Overview Mode wurde entfernt. Auch gibt es die “Tabs” zum umschalten zwischen Fenstern und Applikationen im Overview Modus nicht mehr, der Schalter für das Umschalten auf das Fenster zum Anzeigen der Applikationen wurde in das Icon-Dash oder Schnellstarter mit den bevorzugten Anwendungen gepackt.

Auch der Message Tray wurde umgestaltet. Es kommen größere Icons zum Einsatz und die Verschiebung, die durch das darüberfahren und Anzeigen des Programmnamens entstanden ist unterbleibt. Hinzu kommt ein zentraler Button zum Schliessen der selbigen. Ich für meinen Teil hoffe nur, das der Fehler der die Messages in meinem Tray immer doppelt anzeigt verschwunden ist. Geändert wurde jedenfalls etwas, was mich genervt hat der Aufruf des Message Tray. Bisher brauchte man nur in die rechte untere Ecke fahren und das Tray wurde geöffnet. Da ich aber zum Beispiel in Inkscape dort unten auch Schalter haben, hat das mehr oder minder teilweise unabsichtlich das Tray geöffnet. Jetzt muss man eine Weile mit dem Mauszeiger dort verweilen oder man öffnet das Tray über die Tastenkombination Super+M. Dafür sind die im Tray eingesetzten Icons größer geworden und der restliche Bildschirm wird leicht abgedunkelt, wenn man das Tray aufruft. Dafür wird jetzt der Onlinestatus des Gegenüber direkt angezeigt. Also eine ganze Menge Änderungen am Tray.

Ein wenig mehr Überarbeitung hat Nautilus erfahren, der nun auch nicht mehr Nautilus heißt sondern Files. Die Änderungen haben ja bereits anderen nicht gepasst und Nautilus als Nemo geforkt. Jedenfalls ist eine ganze Menge alter Funktionen über Bord gegangen um Neuem Platz zu machen. So gibt es keine alternativen Ansichten mehr für die Sidebar und auch die Split View ist verschwunden. Die Menüleiste ist ebenfalls komplett verschwunden, deren Aufgabe wird vom App-Menü, welches sich öffnet wenn man auf das Icon im Panel klickt und weiteren Schaltern in der Files. Aber es hat sich noch mehr getan, im Kontextmenüg gibt es jetzt Move/Copy to und bei Bildern kann man diese direkt im Kontextmenü als Wallpaper setzen.

Worauf ich mich freue ist Clocks, eine Anwendung um Alarmzeiten zu haben, Zeiten zu stoppen und die Zeit an anderen Orten der Welt anzuzeigen. Mir wäre zwar immer noch eine Zeitanzeige innerhalb des Mini-Kalender im Panel lieber, aber Clocks tut es für mich auch. Das waren allerdings immer noch nicht alle Änderungen auch im Dialog für die Systemeinstellungen hat sich einiges getan. Auch Font Viewer und Baobab wurden überarbeitet. Empathy hat eine vollkommen neu gestaltete Kontaktliste spendiert bekommen und hat ebenfalls keine Menüleiste mehr deren Funktionen sind ebenfalls über das App-Menü aufrufbar. Allein diese Änderungen reichen mir, um mich auf GNOME 3.6 zu freuen, aber da sind noch jede Menge mehr. Fast alle GNOME Anwendungen verwenden jetzt den XDG Standard, was nicht mehr so viele versteckte Dateien bedeutet aber das wird wohl noch seine Zeit brauchen, die alle zu entdecken.

Wer das alles selbst entdecken möchte GNOME stellt eine LiveCD auf Fedora-Basis dafür bereit.

Geschrieben in Desktop Revolution, fedorapeople, ubuntuusers | Keine Kommentare »

ähnliche Artikel: The little bit different Fedora 26 Release Party – Part 4 |

Einen Kommentar abgeben

Bitte beachte: Die Kommentare werden moderiert. Dies kann zu Verzögerungen bei Deinem Kommentar führen. Es besteht kein Grund den Kommentar erneut abzuschicken.