TagCloud

OOo & the Apache Foundation

Juni 3rd, 2011 von buergermeister

Eine Nachricht macht derzeit die Runde und zwar das Oracle OpenOffice an die Apache Software Foundation übertragen möchte. Ein Schritt der eigentlich zu erwarten war. Noch einmal im Rückblick, mit der Ãœbernahme Sun’s ist Oracle in den Besitz von OpenOffice.org und anderer freier Software gelangt. Nachdem bereits andere Projekte unsanft ihr Leben genommen wurde, herrschte eine miese Stimmung was Oracle betrifft. Klar war, Oracle kann OpenOffice nicht sterben lassen ohne endgültig seinen Ruf zu verlieren, was aber damit tun war auch nicht so recht klar. Den Rufen nicht weniger Entwickler OpenOffice zu einem freierem Projekt zu machen, kam man nicht nach. Am Ende stand ein Fork, bei dem die meisten Entwickler OpenOffice verließen und zum neuen LibreOffice der Document Foundation überwechselten. RedHat und Novell waren schon seit langer Zeit mit starken Entwicklerteams an OpenOffice beteiligt, es war nur eine Frage der Zeit, das sich die großen Majordistributionen hinter LibreOffice stellen. GoOffice floß schon nach kurzer Zeit in LibreOffice ein. Schon openSUSE 11.4 wurde mit LibreOffice anstatt mit OpenOffice als default ausgeliefert. Was über kurz oder lang dazu führen wird, dass OpenOffice die Nutzerbasis fehlt. Oracle veröffentlichte zwar noch OpenOffice 3.3 auch in einer kommerziellen Variante, kündigte aber schon bald darauf an den kommerziellen Support für OpenOffice einstellen zu wollen.
Was zu erwarten war, denn es fehlt nun an Entwicklern, die man dann bezahlen müßte. Was aber nun tun mit OpenOffice? Sterben lassen kann man es nicht Wellen des Hasses würden über Oracle hereinbrechen. Also ganz einfach man schiebt den schwarzen Peter jemand anderem zu – der Apache Foundation.
Die Apache Foundation verfügt über ausreichend finanzielle Mittel um OpenOffice am Leben zu erhalten und weiter zu entwickeln. Die Frage ist nur am Ende ob die Foundation das will. IBM, die mit Lotus Symphony ja eine auf OpenOffice basierende Office Suite entwickelt, scheint es zu wollen. Kunststück, muss bei einer Apache License ja auch die Codeänderung nicht wieder offen lizensiert werden. Firmen könnten also ein Interesse haben OpenOffice weiterenwickeln zu wollen.
Zu fordern die beiden Offices wieder zu mergen und das mit Hilfe von Suchanfragen zu begründen, ist nicht was mir gefällt. Ausserdem hat die Methode ja irgendwo einen Fehler, als allererstes wurde das freie Office überwiegend via den Linuxdistributionen verbreitet. Keiner von uns hat sich wohl wirklich OpenOffice direkt von den Webseiten heruntergeladen und installiert. Die Masse dürfte wohl Binärpakete benutzt haben, die von den Distributoren bereitgestellt werden.
Für mich am Ende wäre es schön zwei große Office-Suiten zu haben, denn das bedeutet einerseits die Freiheit jederzeit eine Alternative zu haben, andererseits stehe ich schon immer auf dem Standpunkt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Am Ende ist es egal, wieviele freie Officesuiten es gibt, Hauptsache die Dokumente sind unter diesen austauschbar ;)

Geschrieben in Family Affairs, Killer Application, ubuntuusers | 9 Kommentare »

ähnliche Artikel:
  • None
  • 9 Kommentare

    1. Belshirash Sagt:

      “Für mich am Ende wäre es schön zwei große Office-Suiten zu haben, denn das bedeutet einerseits die Freiheit jederzeit eine Alternative zu haben, andererseits stehe ich schon immer auf dem Standpunkt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.”

      Sehe ich etwas anders: So ziemlich alle, auf jeden Fall aber die freien Office-Pakete hinken MS Office in punkto Funktionalität um Längen hinterher. Für die meisten Privatanwender (und auch mir) mag der aktuelle Funktionsumfang von LibeOffice und Co zwar ausreichen, im geschäftlichen Bereich sieht es aber wieder ganz anders aus. Deshalb fände ich es sinnvoller, die vorhandenen Ressourcen zu bündeln, anstatt mehrere Office-Suiten zu haben, die sich um die Plätze hinter MS Office streiten.

    2. buergermeister Sagt:

      die hinken hinterher? Wo denn?

    3. Belshirash Sagt:

      Spontan fällt mir da das fehlen einer wirklichen Alternative zu Exchange ein. Des weiteren hat LibreOffice häufig Probleme mit der Formatierung von Word-Dokumenten und eigentlich immer Probleme mit Excel-Tabellen. Privat kann man sicher damit leben, geschäftlich nicht. Fakt ist nun mal, dass im Businessbereich Office und Windows quasi Standard sind und ich, um Dokumente vernünftig mit meinen Geschäftspartnern austauschen zu können, MS Office brauche. Ich kann keine Alternativen einsetzen, die mir abgesehen von den fehlenden Lizenzkosten keinen Mehrwert, im Gegenteil, sogar Nachteile bringen. Da bringt es mir auch nichts, wenn jemand sagt “aber MS müsste sich ja nur mal an offene Standards halten”. Stimmt, tun sie aber nicht, weswegen es an LibreOffice und Co liegt, mit MS Office kompatibel zu sein. Bevor das nicht geschieht, wird es auf dem Gebiet keine wirkliche Konkurenz für MS geben. Die Manpower die dafür benötigt wird, gibt es meines Wissens nach bei keinem freien Officeprojekt, weshalb ich eben meine, dass es besser wäre die vorhandenen Kräfte zu bündeln anstatt OpenOffice, LibreOffice, KOffice, Callibra und was weiß ich noch alles seperat zu entwickeln.

    4. buergermeister Sagt:

      Du machst dich gerade so etwas von lächerlich. M$ Office ist besser, weil es eigene Officedokumente immer öffnet oder so ähnlich. Sehr witzig!

      Behalte dein Halbwissen, dass M$-Office in der Geschäftswelt der Standard ist besser für Dich

    5. Frei wie Freiheit Sagt:

      Du schiebst “Am Ende ist es egal, wieviele freie Officesuiten es gibt, Hauptsache die Dokumente sind unter diesen austauschbar”

      Genau so sehe ich es auch. Nur so ist Wettbewerb zwischen den Suiten möglich.

      Eine Sicherheit (in punkto “ich werde nicht überwacht und keiner klaut mir die Daten”) gibt es nur mit freier Software.

      Viele Grüße und vielen Dank für Deinen Blog,

      Andi

    6. Belshirash Sagt:

      @buegermeister: Ich weiß nicht was du beruflich machst, aber meine Geschäftspartner verwenden ausschließlich MS Office. Hast du schonmal Exchange wirklich verwendet? Kannst du mir eine freie Alternative nennen? Hast du eine Vernünftige Alternative zu Access? Du schreibst, ich mache mich lächerlich, gehst aber selbst auf keinen der von mir genannten Punkte ein. Ich lass mich gern eines Besseren belehren, aber dann Widerlege mich bitte mit Fakten oder berichte aus deiner eigenen Erfahrung. Bis jetzt hast du weder das eine, noch das andere getan.

      “M$ Office ist besser, weil es eigene Officedokumente immer öffnet oder so ähnlich.”
      Oder so änlich? Da verstehst du mich offensichtlich nicht. Ich meinte nur, dass das Defiziet der freien Suiten, die mangelnde Kompatibilität mit dem (leider) verbreitetsten, zumindest aber sehr häufig anzutreffenden Format ist.

      PS: Wettbewerb ist was feines, aber dazu sollte erst einmal der Monopolist vom Thron gestoßen werden. Andernfalls ist es doch nur ein Rennen um die hinteren Plätze.

    7. Belshirash Sagt:

      Kleiner Nachtrag: Ich denke jeder Webentwickler stimmt mir zu, dass der IE ein Stück Sch***e ist, wenn man fürs Web programmiert. Nichts desto trotz muss er aufgrund seiner Verbreitung berücksichtigt werden. Warum sollte das für Office Suiten in Bezug auf verbreitete Dateiformate nicht gelten?

      In diesem Sinne, ein schönes Wochenende

    8. buergermeister Sagt:

      ich geb dir darauf einfach keine Antwort, allein die Frage nach einer Alternative für Exchange zeigt es sehr deutlich, dass Du von einem fernem Planeten zu stammen scheinst. Die Aufzählung würde endlos lang werden von OpenEXchange, Zimbra, Scalix, Kolab und was da nicht noch alles herumfleucht.

      Alternative zu Access, ohje nach bescheidener als eine Alternative zu Exchange :D

      Ich jedenfalls, habe keine Probleme im Austausch von Officedokumenten, weil mal ehrlich gesagt das unnötig ist

    9. Sebastian Siebert Sagt:

      Hi,

      im Grunde genommen kann das Projekt OOo fallen gelassen werden. Oracle hat ja seine bezahlten OOo-Entwickler quasi vor die Tür gesetzt. Ich glaube daher auch nicht, dass die ehemaligen bezahlten OOo-Entwickler in der Freizeit daran weiter arbeiten. Das Projekt ist so gut wie tot. IBM hat aus gutem Grund ein Interesse am Code. Damit können sie quasi komplett Closed-Source ihre eigene Büro-Suite weiterentwickeln und nichts mehr oder mit erheblicher Verzögerung an die Community zurückgeben. Wozu auch, die Apache Lizenz macht es ja möglich.

      Das was Oracle da tut, ist Haarspalterei. Sie hätten das Projekt einfach an LibreOffice bzw. TDF übergeben können und gut ist. Vielleicht wird es dazu kommen, dass die Apache Foundation und die Document Foundation zusammensetzen und das LibreOffice in das OOo-Projekt zusammenführen. Das einzige was wirklich im Weg steht, sind die Lizenzen. Es wird schwierig werden, dass das LibreOffice (LGPL-Lizenz) in eine Apache Lizenz umzuschreiben, denn alle bisherigen LibreOffice-Entwickler müssen damit einverstanden sein, was hier eigentlich das größte Problem ist. Es braucht nur einer sich Quer zu stellen und das Vorhaben ist gegessen.

      Anders sieht es im LibreOffice-Projekt aus. Dort arbeiten viele der ursprünglichen OOo-Entwickler und auch namenhafte Firmen wie unter anderem Novell/Attachmate mit. Diese Firmen/Entwickler bringen auch die Erfahrungen der MS-Office-Suite mit, dass merkt man aber auch.

      Mit LibreOffice kann es nur besser werden und OOo ist ein totes Pferd, dass man nicht mehr reiten soll. Soweit aus meiner Sicht. ;-)

      Schöne Grüße

      Sebastian

    Einen Kommentar abgeben

    Bitte beachte: Die Kommentare werden moderiert. Dies kann zu Verzögerungen bei Deinem Kommentar führen. Es besteht kein Grund den Kommentar erneut abzuschicken.