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GPick – meine Welt wird Bunt

Mai 4th, 2011 von buergermeister

Scheinbar hat meine endlose Suche nach einem vernünftigem Werkzeug für das zusammenstelln von Farbpaletten endlich ein Ende gefunden. Zwar habe ich tolle Sachen, wie SwatchBooker gefunden, das für das Erstellen von Paletten allerdings weniger toll ist. Das GNOME-Werkzeug Agave ist eher spartanisch und nervt vor allem durch die fehlende Möglichkeit der Palette einen eigenen Namen zu geben. Da kann man später nur mit einem Texteditor nachhelfen. Das Pendant von KDE KColorEdit schreckt mich einerseits ab, weil da ein Packager der Meinung war ich brauche nahezu jede verfügbare KDE-Bibliothek, macht 300MB. Auf der anderen Seite schreckt mich die Bedienung dieses Werkzeuges ab. Das ein Farbrad jetzt GTK-Selektor heisst und eine Farbskala dann KDE-Selektor ist ja schon rätselhaft, aber noch ergründbar. Das man das unter Extras verstellt wird schon mystischer, was aber die Plusicons im Gradienten-Selektor zu bedeuten haben ist ein absolutes Mysterium. Dafür ist die Kommentarfunktion nützlich.
Jetzt bin ich aber auf ein Programm gestoßen, das meine Suche beenden wird – GPick. GPick sei ein weiterentwickelter Colorpicker, geschrieben in C++ mit dem GTK+ Toolkit, so der Entwickler zu diesem Werkzeug.
Benutzer von Ubuntu und Debian haben an dieser Stelle Glück, das Projekt beitet auf seinen Seiten ein entsprechendes Binärpaket für das Programm an. Für Ubuntu gibt es auch eine PPA hier, die allerdings seit über einem Jahr nicht mehr aktualisiert wurde und auch nicht die neueste Version enthält.
Nutzer von openSUSE kommen nicht darum sich die Software zu kompilieren, das funktioniert mit SCons, eine Anleitung findet man hier im Wiki des Projektes.

Die Benutzeroberfläche wirkt durch die Anordnung mit Tabs auf jeden Fall nüchtern und aufgeräumt, was mir schon mal sehr gefällt.
Auf den ersten Blick und direkt nach dem Start sieht GPick auch erst einmal wie ein Colorpicker aus. Aber schon hier zeigt sich, das in diesem Tool mehr steckt. Die meisten Tools bieten ja etwas wie eine kleine Voransicht, die die Farbe oder/und den Wert dieser anzeigt, schon bevor man die Farbe selektiert. Das bietet natürlich auch GPick, darüber hinaus gibt es aber ein weiteres nützliches Feature, wie ich finde. Eine vergrößerte Ausschnittansicht, wo sich der Cursor mit der Pipette gerade befindet. Das macht die Auswahl gerade kleinerer Dinge einfacher. Die gepickten Farben lassen sich übrigens einfach per Drag&Drop auf das rechte Feld für die Farben der zusammenzustellenden Palette ziehen. Dadurch werden die 6 Felder, die oben zur Verfügung stehen auch nicht wirklich voll. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, dass die Default-Einstellung für das picken der Farbe nicht das klicken mit der Maus ist sondern die Leerzeichentaste. Das kann man aber unter den Einstellungen einfach umstellen.

Bevor wir wir auf die Möglichkeiten, der Zusammenstellung der Paletten unter dem Reiter “Scheme generation” schauen, schnell noch etwas anderes was mir natürlich auch wieder gut gefällt. Vielleicht kann sich der ein oder andere noch an den Artikel “Farbpaletten aus Bildern mit Gimp generieren” erinnern. Das kann GPick nämlich auch unter dem Menüpunkt Tools findet man Palette From Image. Im sich öffnenden Dialogfenster braucht man nur noch den Pfad zum Bild angeben und die Anzahl der Farben die man davon möchte.

Unter dem Reiter “Scheme generation” gibt es verschiedene Möglichkeiten Farben auszuwählen, als Default ist die Komplementärfarbe eingestellt, ein Feature was ich bei anderen Tools schwer vermisst habe. Es gibt aber auch noch andere Methoden der Farbermittlung wie Neutral oder Clash und einige mehr. Etwas gewöhnungsbedürftig ist, das ein Klick auf die Fläche mit der Farbe nicht, den Wert manuell eingeben läßt sondern die Farbe der Palette hinzufügt. Aber mit einem Rechtsklick öffnet sich ein Kontextmenü und dort kann man den entsprechenden Menüeintrag. Genauso hab ich mir das eigentlich gewünscht. Auch hilfreich, die Generierung verschiedener Sättigungs-/Helligkeitswerte von einer Farbe. Was auch nicht schlecht ist, ist die automatische Benennung der Farbe, diese wird mit Hilfe einer CIE94 Farbdifferenz-Funktion umgesetzt. Das funktioniert natürlich besser als eine manuelle Benennung, da die Wahrnehmung von Farben mit dem menschlichen Auge doch zu starken Differenzen führt. Und Namen, die gleichgesetzt mit einer Farbe sind doch nützlich, wer merkt sich schon eine Reihe von Hexwerten ;)

Unter dem letzten Reiter “Layout preview” verbirgt sich noch ein Schmankerl, hier kann man die Farben der zusammengestellten Palette testen unter anderem an einer stilisierten Webseite mit Header, einem Menü, Buttons, Button mit Hoovereffekt und natürlich der Seite und den Fonts. Einfach per Drag&Drop auf das entsprechende Element ziehen und fallenlassen. So läßt sich eben doch schnell einmal die Wirkung testen. Ãœbrigens kann man das dann auch noch als CSS exportieren lassen.

Wenn wir schon beim Export sind, das GPick mit den gpl-Dateien von Gimp/Inkscape umgehen kann ist klar, aber auch hier kann es mehr. Importieren kann GPick Inkscape/Gimp Palette (gpl) und Adobe Swatch Exchange (ase). Exportieren kann das Programm noch zusätzlich Alias/WaveFront Material (mtl), der Nutzung alter Photoshop-Paletten für Linux-Umsteiger steht damit nichts im Wege.

Wer sich jetzt GPick noch einmal in Aktion an schauen möchte, Alexandre Prokoudine hat da einen Screencast von knapp 6 Minuten Länge produziert, der wohl alle Features erklärt.

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1 Kommentar

  1. GPick – continued : Karl-Tux-Stadt Sagt:

    [...] wenigen Tagen habe ich ja hier das Werkzeug GPick vorgestellt. Für dieses Tool gibt es Binärpakete für Debian und Ubuntu, als auch für eine [...]

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