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Steppenläufer und Long Time Support

Dezember 2nd, 2010 von buergermeister

Seit einigen Tagen herrscht auf der openSUSE-project Mailingliste eine Menge Verkehr. Diesen verursachen zwei Projektvorschläge. Der erste ist nicht neu und wurde bereits so einige Male diskutiert und zwar eine openSUSE Version mit längerem Support. Nach derzeitigem Stand der Diskussion soll es von openSUSE eine Version geben, die für 3 Jahre aktuell gehalten wird. Die Version soll allerdings nur Serverpakete betreffen und wäre damit attraktiv zum Beispiel für Hoster, aber auch für Projekte oder Firmen, die auf Basis von openSUSE eigene Distributionen erstellen. Der Zustand hier ist wirklich desolat, vor wenigen Tagen habe ich mir die “Reinstallationsmöglichkeiten” von 1&1 angeschaut. Die neueste openSUSE, die einem geboten wurde war 11, womit die wohl 11.0 meinen. Eine Version, für die es bereits keine Sicherheitsupdates mehr gibt. Ähnlicher Zustand herrscht aber auch mit Fedora, wo man eine Version 12 angeboten bekommt. Selbst bei Ubuntu welches eine LTS Version besitzt, wird einem etwas sehr altes angeboten, was man in nicht einmal einem Jahr ersetzen müßte. Von daher kann man diese langzeitunterstützte Serverversion nur begrüßen, wenn es scheitert dann nur daran, dass wieder nur darüber geredet wird.

Der zweite Vorschlag kommt von Greg Kroah-Hartmann und soll ein Rolling Release für openSUSE werden. openSUSE verfügt zwar mit dem Factory-Zweig über eine laufend aktualisierte Distribution, diese enthält aber auch unstabile Pakete und Entwicklungskernel, ist also für den produktiven Einsatz weniger geeignet. Das soll sich nach GKH mit openSUSE Tumbleweed ändern. Tumbleweed sind die Steppenläufer, die in Western durch die verlassenen Städte rollen. Insofern ein passender Name für das Projekt. Im Grunde genommen, wird es nur die Zusammenfassung einiger Repositories sein, die es ohnehin schon gibt. So gibt es beispielsweise immer eine gepackte Version des neuesten KDE SC Releases. Und darin wird der Vorteil liegen, so kann man mit Tumbleweed die Software erhalten, die auf Grund der unterschiedlichen Releasezyklen aus dem “normalen” Release ausgeklammert ist und das ohne entsprechende neue Repositories hinzuzufügen. Tumbleweed soll nach dem Release von 11.4 (geplant für März) starten und bis dahin will GKH sich dem Schaffen des entsprechendem Workflow widmen.

Geschrieben in Distribution Drama, Family Affairs, ubuntuusers | 3 Kommentare »

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  • 3 Kommentare

    1. Igby Sagt:

      openSUSE dürfte das gleiche ‘Problem’ haben wie Fedora: Für lange Supportzeiträume gibt es die jeweilige Enterprise Variante. Man bedenke, dass längere Supportzeiten auch supportet werden müssen. Das bindet Arbeitskräfte und ich bezweifel, dass Novell die über hat oder gar sich selber die Kunden abgraben will. Denn jeder Kunde wird sich nach dem Mehrwert einer SEL-Variante fragen, wenn es das gleiche umsonst gibt…

      Red Hat hat einen Mehrwert mit Sonderleistungen schaffen können. Novell anscheinend nicht.

      Gruß
      Igby

    2. buergermeister Sagt:

      1. wir reden hier über openSUSE, das hat nichts mit Novell Arbeitskräften zu tun

      2. Gab es zu einer LTS Version von Novell bereits eine Aussage – macht

      3. Es gibt trotzdem Mehrwert, für eine Enterprise Version

    3. Testerei, Immergrün und Steppenläufer : Karl-Tux-Stadt Sagt:

      [...] und wohl, das Ding überhaupt ist Tumbleweed. Die Idee zu Tumbleweed hatte Greg Kroah-Hartman, wie ich bereits schon mal in der Ideenphase geschrieben habe. Tumbleweed ist im Grunde genommen eine Abzweigung von openSUSE Factory, die nur die stabilen [...]

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