TagCloud

Wie aus Bildern Videos werden

Oktober 6th, 2010 von buergermeister

Die Sommer- und Ferienzeit ist nun definitiv vorüber, fast alle bringen aus dem Urlaub jede Menge Fotos mit. Und während es draußen permanent regnet hat man durchaus Zeit, die heute meist eher in digitaler Form vorliegenden Bilder zu bearbeiten. Wie wäre es mit einer netten Slideshow als Video? Werkzeuge unter Linux für diesen Job gibt es in ausreichender Zahl, beginnend bei der Bilder-Allzweckwaffe Imagemagick. Am Ende ist es jedoch nicht das Wahre für diesen Job, da es sich nur bedingt eignet. Dann wären da noch tools wie mencoder, ffmpeg oder mjepgtools aber mal ehrlich bei den Optionen, die man alle setzen muss werden die Kommandos in der Shell endlos lang und vor allem man muss ewig in der Dokumentation nach den richtigen suchen, denn jeden Tag macht man ja keine Slideshow aus seinen Urlaubsbildern. Kdenlive kann zwar aus Bildern eine Slideshow generieren, ist aber für mich in dem Punkt einfach der Overhead und ehrlich gesagt an der Stelle ist es umständlicher als andere Alternativen. Ok zu Anfang wäre da mal wieder ein Kommandozeilenwerkzeug dvd-slideshow, aber hier kann man mit Konfigurationsdateien arbeiten und muss dann nur noch, Quelle und Ziel übergeben.
dvd-slideshow ist für openSUSE als auch ubuntu paketiert und in den Repositories zu finden. Zur installation einfach:

# zypper install dvd-slideshow

oder

sudo apt-get install dvd-slideshow

Auf den Seiten von dvd-slideshow kann man auch ausreichend Beispiele finden. Am Ende kann dvd-slideshow auch mehr, wie der Name schon sagt. Solche genialen Tools wie dieses lassen sich auch leicht mit entsprechenden GUI versehen und davon gibt es schon wieder reichlich.
Da wäre zum einen jDVDSlideshow, ein Java-Programm, wie das j im Namen schon andeutet. Unter openSUSE ist das Ganze paketiert und inde den Standardrepositories zu finden. Zum installieren einfach

# zypper install jDVDSlideshow

Ich hab das Programm ausprobiert und mich auch ziemlich schnell davon verabschiedet. Es hat sich auffällig merkwürdig benommen und am Ende konnte ich keine Dias hinzufügen.

Als nächstes Programm wäre dann dvd-slideshow-editor, ein einfaches Pythonskript welches mit den wxwidget funktioniert. Diese muss man auch dafür installieren

sudo apt-get install python-wxgtk2.8 python-wxversion

Die Bilder auf den Webseiten sahen vielversprechend aus, versprach dvd-slideshwo-editor doch Slideshows mit Ken Burns Effekt und verschiedenen Übergängen. Keider habe ich es dennoch nicht zum Laufen bekommen. Zuerst habe ich es auf openSUSE ausprobiert und es startete mit der Ausgabe von jeder Menge Fehlerlines. Nach einer Weile bin ich dann drauf gekommen, die python-wxGTK und python-wxGTK-wxtools fehlten. Allerdings kam ich dann auch nicht weiter als bei Ubuntu. Unter Ubuntu konnte ich zwar das Programm fehlerfrei starten aber hier tauchten dann die Fehler beim Versuch Bilder zur Slideshow hinzuzufügen auf. Schade eigentlich.
Der nächste Kandidat war dann Imagination und so oder so ähnlich hab ich mir das vorgestellt. Imagination ist für Ubuntu paketiert also:

sudo apt-get install imagination

Dann heißt es nur noch die entsprechenden Bilder auszuwählen, die Ãœbergänge festlegen und ein Audiofile hinzufügen und rendern lassen – Aus die Maus. Imagination beherrscht aber leider nur ich sage dazu mal Office-Ãœbergänge und die wirken schon etwas altbacken. Ken Burn Effekt nutzen können, dass wäre schon was.

Aus der Feder des gleichen Author, der schon für das auf QT3 basierende Slideshowprogramm ManDVD verantwortlich war stammt SMILE, dass steht für Slideshow Maker in Linux Enviroment und basiert auf QT4, hier gibt es im openSUSE Buildservice ein entsprechendes Binärfile mit OneClickInstaller oder man findet es auchbei Packman. Die Bedienung erschloss sich nach wenigen Augenblicken nur beim Import, der Bilder muss man erst darauf kommen das Kontextmenü nach dem Rechtsklick mit der Maus zu benutzen. Ansonsten bietet dann SMILE schon einige Features mehr als Imagination, zum Beispiel das Hinzufügen von Cliparts ins Bild und ähnliches. Aber wieder nur die altbackenen “Officeübergänge”.

Ähnlich wie dvd-slideshow-editor basiert der nächste Kandidat auf wxwidget. Photofilmstrip läßt sich einfach installieren, Ubuntu-Nutzer finden auf den Seiten ein Debian-Paket, für openSUSE-Nutzer heißt es die benötigten Pakete installieren also wxPython2.8 und mencoder. Danach kann man den Sourcetarball von den Projektseiten herunterladen, auspacken einfach ins Verzeichnis src wechseln und dort

$ python photofilmstrip-gui.py

aufrufen. Die Oberfläche läßt sich auch hier relativ schnell intuitiv bedienen, einfach die Bilder hinzufügen. Photofilmstrip bietet in der derzeitig stabilen Version nur das sanfte überblenden, was nach meiner Auffassung eh der schönste Übergang ist. Und es bietet den Ken Burns Effekt. Man kann ein Musikstück hinzufügen, welches dann automatisch die Länge des Video bestimmt. Und das schönste, man kann ein Batchjob erzeugen lassen und das Video dann über Nacht auf dem Rechner rendern lassen.

Ich habe jedenfalls mein Programm gefunden aber da gibt es noch mehr, wie zum bei slcreator und bestimmt auch noch welche, die ich nicht gefunden habe. Bei Gelegenheit werde ich mich aber dann noch mal am dvd-slideshow-editor versuchen.

Geschrieben in Killer Application, ubuntuusers | 13 Kommentare »

ähnliche Artikel:
  • None
  • 13 Kommentare

    1. demaya Sagt:

      Oder automatisiert im Video so:
      http://demaya.de/wp/2010/08/mit-ffmpeg-zeitraffervideos-erstellen/

    2. Stefan Sagt:

      Ich verwende zum erzeugen von Diashows “Open Shot”. Die Anwendung ist wie der Name vermittelt zum Schneiden von Videos kopiert, allerdings lassen sich damit hervorragend Diashows aus Bildern erzeugen. Es gibt zahllose Bildeffekte und -übergänge sowie die Möglichkeit mehrere Videospuren übereinanderzulegen. Nachvertonen ist selbstverständlich auch kein Problem, ebenso wenig wie das Einbauen von Videoclips – dafür wurde es letztendlich gemacht.
      Installiert hab ich es, wenn ich mich recht erinnere, entweder über die vorhandenen Paketquellen oder über getdeb.net
      Probiers mal aus
      Gruß, Stefan

    3. buergermeister Sagt:

      ich kenne open shot am Ende, ist das das gleiche Kaliber wie kdenlive eben ein nichtlinearer Videoeditor, der logischerweise auch Bilder verarbeiten kann.

    4. Mario Sagt:

      Vielen Dank für diesen Bericht.

      Leider ist der Artikel etwas unübersichtlich aber dank “Ãœberschrift2″ oder so ähnlich und ein paar Absätzen lässt er sich bestimmt noch verbessern.
      ( Bitte nicht falsch verstehen :-)

      Ich habe auch mit open shot bisher gearbeitet vor Allem wegen der Auflösung. Bei Imagination geht ja nur Pal.

    5. Rainer Sagt:

      Ich mag mich täuschen, aber auf der Website von Imagination heißt es:
      “Imagination at present features 69 transition effects” (noch zu wenig?)

      und weiter:
      “Imagination at present features [...] Ken Burns ability”

      Im Video auf der Startseite wird das auch gezeigt. In der von Dir eingesetzten Version gehts aber nicht?

      Bin grade etwas verwirrt und bitte um Erleuchtung ;-)

    6. buergermeister Sagt:

      es geht nicht um die Masse der Ãœberblendeffekte, da hat wohl SMILE so um die 120 oder 150 und was Ken Burns betrifft, gefunden hab ichs nicht. Ich hab ne ganze Weile mit der Dia-Bewegung gespielt, aber nix hinbekommen was dem gleicht

    7. ice Sagt:

      Hi,
      ich hab’ mich auch schon herumgeärgert mit dieversen im Artikel erwähnten Programmen. Spezielles Problem bei meinem Projekt: Ich habe für jedes Bild eine eigene Audio-Datei (meist mit gesprochenem Text). Bei etwa 250 Bildern und ebensovielen Audiodateien gaben bisher alle Programme den Geist auf – und wenn am Schluss doch ein Resultat vorlag liefen Bilder und Audio komplett auseinander… Einfach unbrauchbar!
      Ich werde es später nocheinmal versuchen, aber wie würdest Du oder Deine Blogleser so eine Aufgabe anpacken?

      Peace
      Ice

    8. buergermeister Sagt:

      ich würde mal sagen, hier wirst wohl nicht drum herum kommen zu muxen.

      Also erst nur das Video rendern lassen und dann mit einem entsprechenden Programm multiplexen.

    9. Stefan Sagt:

      Ich nochmal.
      @Ice:
      Das ist in etwa die Datenmenge, die ich nach einem mehrwöchigem Urlaub, kombiniert mit Filmchen und Musik mit Open Shot verarbeite. Gelegenheitsabstürze kommen vor (aber bei weitem nicht so häufig wie bei F-Spot) sind aber trotzdem eher die Ausnahme. Längere Diashows versehen ich mit Markern in den einzelnen Abschnitten und so bleibt es auch immer schön übersichtlich.

    10. buergermeister Sagt:

      @stefan nur mal so ne Frage, du weisst schon was openshot nutzt ja?

    11. Stefan Sagt:

      Hm, imagemagick?blender?inkscape?

    12. fugo Sagt:

      Ich nutz & finde gut -> Videoporama unter Mint/Gnome, es nutz aber >QT4.3. Mit der GUI ist man schnell dabei eine Slideshow mit Effekten und Ton zu erstellen.
      Ob Ton pro Bild funzt, hab ich noch nicht ausprobiert.
      ☮

    13. Didi Sagt:

      Ich habe aufgrund dieses Artikels die hier vorgestellte Software und den in den Kommentaren erwähnten “OpenShot Video Editor” ausprobiert. Dieser gefällt mir wegen seiner Vielfältigkeit und gleichzeitig leichten Handhabung am besten. Im Blog habe ich einen kleinen Artikel geschrieben und ein mit OpenShot gestern erstelltes Video eingebunden:
      http://dietmarjanowski.bplaced.net/wordpress/?p=4930
      Gruß,
      -Didi-

    Einen Kommentar abgeben

    Bitte beachte: Die Kommentare werden moderiert. Dies kann zu Verzögerungen bei Deinem Kommentar führen. Es besteht kein Grund den Kommentar erneut abzuschicken.