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Sabayon 5.4 – Kurztest

Oktober 4th, 2010 von buergermeister

Vergangene Woche wurde wieder eine Version von Sabayon Linux, des italienischen Gentoo-Derivates released. Diese Distribution habe ich ja vor sehr langer Zeit bereits einmal vorgestellt. Auch heute noch erfreut sich diese Distribution steigender Beliebtheit, vielleicht wird mir ja dieses Mal beantwortet warum. Ich habe einen kurzen Blick auf den heutigen Stand von Sabayon geworfen und seit der letzten Vorstellung hat sich gehörig etwas geändert. Früher hatte Sabayon Linux KDE als Default Desktop Enviroment heute ist es ein Gnome, im aktuellen Release Gnome 2.30. Gleichzeitig werden aber XFCE und Fluxbox mitinstalliert. So das auch schlankere Desktopumgebungen zur Verfügung stehen. Sabayon bringt zwar laut Releasenotes eine Voransicht der Gnome-Shell mit, diese hat aber auf Anhieb nicht bei mir funktioniert. Ausserdem finde ich es umständlich, via XTerm die Gnome-Shell zu starten. Das ist nicht gerade nutzerfreundlich.  Als ich mir das letzte Mal Sabayon angesehen habe lieferte man noch jede Menge proprietäre bzw. halbfreie Software mit. Das hat sich geändert, die proprietären Treiber von ATI oder NVidia werden aber immer noch mitgeliefert.
Der Installer von Sabayon sieht aus wie ein zusammengestrichener Anaconda und scheint es wohl auch zu sein. Sabayon 5.4 soll zwar offiziel btrfs als Dateisystem unterstützen, auswählen konnte ich es aber nicht bei der Installation.

Bereits früher hatte ich den Eindruck, dass sich Sabyon eher an Freunde von Multimedia richtet, so waren auf jeden Fall die entsprechenden Bibliotheken zur Wiedergabe von MP3 installiert, auch Flash wurde standardmäßig installiert und ebenso LibDVDCSS und das ist auch heute noch so. Warum man dann aber als Standardmusikplayer auf den eher schlanken Audacious setzt ist mir einerseits ein Rätsel könnte aber auf der anderen Seite damit zusammenhängen, dass man gleichzeitig das XBMC-Mediacenter mitinstalliert bekommt. Welches sich entweder aus der laufenden Desktopsession oder aus dem GDM heraus starten läßt.
Aus meiner Sicht rechtfertigt die alleinige Installation der entsprechenden proprietären Bibliotheken nicht die Beliebtheit der Distribution, dafür gibt es auch noch andere Lösungen. Aber vielleicht beantwortet mir ja nun einmal jemand die Frage, warum diese Distribution sich solcher Beliebtheit erfreut.

Geschrieben in Desktop Revolution, Distribution Drama, ubuntuusers | 8 Kommentare »

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8 Kommentare

  1. vinz Sagt:

    Die Beliebtheit rührt wohl einzig und allein da her, dass es sich um Gentoo “ohne Schmerzen” handelt. Eine andere Erklärung habe ich auch nicht…

  2. buergermeister Sagt:

    ja, dass schnelle schmerzlos und einfach zu installierende Gentoo scheint wohl der Hauptgrund zu sein

  3. martin Sagt:

    Ich hatte mir vor einer Weile mal die Version 5.2 (KDE) installiert und den Eindruck, dass Sabayon wesentlich schneller war als meine kubuntu’s – vor allem hinsichtlich Arbeitsfläche, Fensteraufbau, Desktopeffekten (Compiz) etc. !? Nur mit der Paketverwaltung stand ich auf Kriegsfuss – Abstürze, zu gewöhnungbedürftig und zu bunt.

  4. buergermeister Sagt:

    das steht so in den Releasenotes “schneller Start” von Gnome Seite nun kann ich das überhaupt nicht bestätigen, es ist eher langsamer als mein openSUSE Gnome und das auf einer wesentlich lahmeren Kiste

  5. Antiqua Sagt:

    Gnome hat nicht KDE als default-Desktop ersetzt. Es gibt nur 2 Isos, eines mit Gnome, eines mit KDE.

    Ich hab mir die KDE-Iso geholt. Muss ich jetzt schreiben, KDE hat in Sabayon Gnome vollständig obsolet gemacht? ;-)

  6. lineak Sagt:

    Hallo.

    Mir gefällt Sabayon eigentlich recht gut: neueste KDE-Versionen, aktuellster Kernel UND ein funktionierender fglrx-Treiber OOTB! Daneben ist der grafische Paketmanager nicht schlecht (v.a. zum Suchen von Paketen…) Diese Kombination hatte ich bisher noch nicht :)

    Grüße

  7. 80486er Sagt:

    Mir gefällt Sabayon auch recht gut, vor allem weil es eben ein einfach zu installierendes Gentoo ist und mir die “Architektur” von Gentoo ganz gut gefällt.

  8. Oscar alias xpenguin Sagt:

    “GNOME” 3 ist in jeder Distro eine Katastrophe, auch in Sabayon. Und besonders dort, denn die konnten es ja im vergangenen Jahr garnicht abwarten, möglichst schnell auf diese Oberfläche für Smartphones und Tablet-PCs aufzuspringen. Daß sie, anders als die Anderen, etliche “Shell Extensions” schon standardmäßig mit an Bord haben, macht es einem eingefleischten Stinkefuß-Liebhaber auch nicht leichter, zu glauben, daß DAS etwas mit GNOME zu tun haben soll…

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