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Mandrivas Antwort auf Mageia

September 20th, 2010 von buergermeister

Im offiziellen Mandriva-Blog findet man derzeit, die Antwort auf den Fork der Mandriva-Community Mageia. Die Antwort ist die Offenlegung der Strategie die Mandriva für die Zukunft hat. Man will sich auf den europäischen Markt und die BRIC-Staaten konzentrieren und will eine Distribution anbieten, die sowohl für Einsteiger geeignet ist als auch für fortgeschrittene Benutzer. Die Community soll in Zukunft mehr beteiligt werden und man will den Linux-Desktop weiter voranbringen. Ausserdem will man sich verstärkt dem Bildungsektor widmen und eine Distribution dafür entwickeln. Die Mandriva-Community soll in Zukunft unabhängig agieren können und Mandriva will einen Community-Manager dafür einstellen.

Hat man zuletzt noch Entwickler entlassen, will man in den nächsten Monaten wieder damit beginnen, Entwickler einzustellen und das vor allen in Brasilien und Russland. Ausserdem ist man auf der Suche nach Subunternehmen für die weitere Entwicklung. Vier derartige Firmen arbeiten ja bereits für Mandriva. Die nächste Communityversion soll im Frühjahr 2011 erscheinen. Ausserdem hat man beschlossen, die beste KDE-Distribution der Welt zu werden und will die Weiterentwicklung der anderen Desktop Enviroments der Community überlassen und sie darin bestärken. Ausserdem arbeite man an einer KDE mobile und QT basierten Lösung für mobile Endgeräte. Man arbeitet weiterhin an einer eigenen Cloudlösung. Der OnlineStore soll vereinfacht werden und dazu noch besser in Mandrivas Desktop integriert werden. Neben diesen Geschäftsfeldern wird es auch weiterhin das Powerpack mit 18 Monaten Support und proprietärer Software geben als auch den Coporate Desktop mit 3 Jahren Long Term Support. Auch die Server Produkte will man weiterentwickeln, so soll der Mandriva Directory Server (MDS) besser Integration für Microsofts Active Directory erhalten. Auch hier wird man sehen, wie es in diesem Theater weitergeht.

Geschrieben in Distribution Drama, ubuntuusers | 9 Kommentare »

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9 Kommentare

  1. Thomas Thym Sagt:

    Interessant. Besonders im Hinblick auf die openSUSE Strategie.

  2. buergermeister Sagt:

    Du meinst “the best KDE distribution”? Naja, für mich sollte openSUSE eher die beste Desktop-Distribution sein

  3. Thomas Thym Sagt:

    Nicht unbedingt das (beste KDE distro), sondern auch die Zielgruppe (Anfänger bis Fortgeschrittene und der Bildungsbereich) und der regionale Fokus.

  4. stfischr Sagt:

    Hm, sehe ich das richtig, dass die ihre Mitarbeiter entlassen und sie gegen billige Arbeitskräfte aus Russland austauschen wollen? Und das trompeten die auch noch selbstsicher in die Community hinein?

    Also bei mir kommt das gerade nicht so gut an.

    Haben wohl auch nicht damit gerechnet, dass die ehemaligen Entwickler sich zusammen tun und das Ding forken. Mal sehen, wie sie sich mit nem neuen Team, dass vorher nicht an der Distro gearbeitet hat, gegen ne Horde eingearbeiteter Entwickler schlagen.

    Wenn ich wetten müsste, würde ich erstmal nicht auf Mandriva setzen.

  5. axt Sagt:

    “Die Community soll in Zukunft mehr beteiligt werden (…).”

    Wenn das deren Antwort auf den Fork ist, hat man nicht begriffen, daß man eben genau das nicht mehr hat: Community und sehr wahrscheinlich auch Zukunft.

  6. Matthias Sagt:

    Naja, wenn sie sich halt mehr auf die BRIC Staaten konzentrieren wollen, ist es doch nur logisch auch Entwickler von dort zu haben, oder?

  7. Markus Sagt:

    @Matthias:

    Software ist nicht wie Autos, Maschinen oder sonst was physisches. Die muss nicht so lokal wie möglich beim Kunden produziert werden. Mandriva schmeißt Leute raus, die jahrelang eingearbeitet sind und Erfahrung mit der Produktion einer Linux-Distrie haben, und ersetzt diese durch Entwickler, die sich erst einlernen müssen.

    Generell finde ich Mandriva als Distrie mt guter KDE-Integration schon interessant. Aber richtig vermissen würde ich sie auch nicht. Kubuntu hat sich seit den letzten zwei Releases auch sehr gut gemacht.

  8. dieter Sagt:

    Ganz einfach.
    Mandriva nimmt das was Mageia entwickelt.
    Billiger gehts nicht, ;-)

    Das war jetzt richtig böse

  9. wobo Sagt:

    @dieter:
    Das war nicht böse, wenn man bedenkt, dass die Schar der Entwickler und sonstigen Contributors genau diejenige ist, die bisher Mandriva Linux hervorbrachte.

    Zur Anmerkung zu den billigen Arbeitskräften:
    Richtig ist, dass man die Tochter Edge-IT liquidiert hat, in der die meisten Mandriva Linux Entwickler beschäftigt waren.
    Die neuen Arbeitskräfte kommen aber nicht aus Russland, sondern werden in Brasilien angeworben, wo auch der Standort der Desktop-Entwicklung von Mandriva liegt.

    Die Verbindung mit den Russen besteht schon lange (siehe ALTLinux). Die gleiche russische Gruppe hat nun eine Beteiligung bei Mandriva und ist dabei, sich auch ein weiteres Linuxunternehmen zu kaufen. Damit soll eine starke Linuxstrategie in Russland (unter anderem auch auf dem Bildungssektor) gefahren werden.

    Man wird sehen, was da kommt, denn “vorhaben” und “machen wollen” sind Schlagworte, die man in den vergangenen Jahren oft von Mandriva lesen konnte. Nur eben mit dem “tatsächlich machen” hats dann nicht so wirklich funktioniert, jedenfalls im kommerziellen Bereich.

    Die Distribution selbst kann durchaus mit den anderen Major Players mithalten, das dürfte auch so bleiben. Ich sehe keinen Grund dagegen.

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