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Virtuelle Adventures

September 8th, 2010 von buergermeister

Vor nicht all zu langer Zeit habe ich über SUSE Studio berichtet, mit dem sich mit wenigen Mausklicks Live-ISOs für DVD,CD oder Sticks oder auch Images für XEN, KVM, VMWare oder VirtualBox erstellen lassen. Einloggen, Template auswählen, Software hinzufügen, konfigurieren, builden lassen und herunterladen und nutzen.
Auch unter ubuntu gibt es Möglichkeitenderartiges zu Erstellen. Für das Erstellen von Live-ISO gibt es das Ubuntu Customization Kit oder Remastersys, wie sieht es aber mit Werkzeugen zum Erstellen von Images für XEN, KVM oder ähnlichen Virtualisierungslösungen aus? Gefunden habe ich dafür zwei Lösungen den ubuntu-vm-builder und vmbuilder.
Ersterer ist gemäß den Hilfeseiten bei Ubuntu eigentlich veraltet, was mich dabei stutzig macht ist das, dass Paket trotzdem noch installierbar ist und seltsamerweise das neuere Werkzeug mit installiert.

sudo apt-get install qemu-kvm qemu-kvm-extras debootstrap kpartx python-cheetah python-libvirt devscripts libvirt0 libxen3 libaio1 bridge-utils qemu-common seabios vgabios ubuntu-vm-builder

Ein paar weitere Abhängigkeiten werden dann auch noch mit installiert. Das Manual zu dieser Software ist nicht sehr umfangreich, aber es fördert immerhin zu Tage, dass man mit dem Aufruf ubuntu-vm-builder <hypervisor> <distro> –help Hilfe erhalten könnte. Mir neu mehr Hilfe in der Hilfe als im Manual zu finden.
Der Aufruf ubuntu-vm-builder kvm lucid erzeugt ein Image für kvm mit einem JeOS auf Lucid Lynx Basis und zwar mit allen default Einstellungen. Die allerdings herauszufinden war nicht einfach. Eine Suche in den Dateien unter /etc/vmbuilder brachte nicht wirklich viel zum Vorschein. Eine Suche bei Google brachte dann folgendes Onlineformular zum Vorschein, das nicht nur den ellenlangen Aufruf generiert sondern ganz zufällig auch die Defaultwerte enthält.
Das die Dateien unter /etc/vmbuilder/ eine Art Templates darstellen scheint wohl Fehlanzeige zu sein, so ganz zufrieden bin ich mit dieser Lösung nicht. Also habe ich die zweite Lösung ausprobiert.

sudo apt-get install python-vm-builder

Der Aufruf ist vmbuilder <hypervisor> <distro> also identisch zu ubuntu-vm-builder auch die Optionen sind identisch bis auf eine, aber entscheidende. vmbuilder akzeptiert Konfigurationsfiles. Und so kann ein solches Konfigurationsfile aussehen.

[DEFAULT]
arch = i386
ip = 192.168.10.100
part = vmbuilder.partition
user = user
name = user
pass = geheim
tmpfs = -
firstboot = boot.sh
firstlogin = login.sh

[ubuntu]
mirror = http://paketserver:9999/ubuntu
suite = lucid
flavour = virtual
addpkg = openssh-server, weiteres-paket, und-noch-eins
ppa = name

[kvm]
libvirt = qemu:///system

Der Aufruf wäre dann folgender.

sudo vmbuilder kvm ubuntu -c configuration.cfg

vmbuilder lädt dann alle entsprechenden Pakete von den angegebenen Servern herunter, daher empfiehlt es sich wenn man häufiger derartige Abbilder erzeugen will apt-proxy oder apt-mirror zu verwenden. Nach der Beendigung findet man in seinem Home-Verzeichnis ein Verzeichnis namens ubuntu-kvm, welches das Abbild und ein Startskript run.sh enthält, mit der man die Maschine direkt starten kann.
Das man statt eines JeOS mit Hilfe der Konfiguration auch eine Desktop-Maschine erzeugen kann ist einfach. Dazu einfach die folgenden Pakete installieren lassen.

  • ubuntu-desktop
  • language-pack-de
  • language-pack-de-base
  • language-support-de
  • language-pack-gnome-de
  • language-pack-gnome-de-base

Das Paket ubuntu-desktop ist ein Metapaket, welches alle benötigten Pakete als Abhängigkeit besitzt. Einziges Problem ist, dass es keine Option für das setzen der Locale gibt, aber dafür läßt sich ja die Option firstboot benutzen. Also einfach ein Skript schreiben welches setxkbmap -model pc105 -layout de -variant basic aufruft und unter /etc/default/locale/ den Eintrag LANG=”de_DE.utf-8″ setzt.

Bleibt noch zu erwähnen das man entsprechenden Platz auf der Festplatte haben muss, um die Images zu bauen.

Verwöhnt von openSUSE Tools wie SUSE Studio oder KIWI ist das eine recht abenteuerliche Art Images für virtuelle Maschine zu erzeugen, aber am Ende funktioniert es, wünschenswert wäre allerdings wirklich noch eine Spracheinstellung als Option angeben zu dürfen.

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