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Enlightenment, die ewige Suche nach der Erleuchtung

September 1st, 2010 von buergermeister

Als ich die Übersicht über die Home Theater PC geschrieben habe, habe ich auch über GeeXboX 2.0 und die Entwicklung Enna berichtet. Enna setzt auf die EFL (Enlightenment Foundations Libraries) vom Enlightenment Projekt. Über den Windowmanager für den diese Bibliotheken eigentlich entwickelt werden, habe ich vor langer Zeit einmal geschrieben, dass war Anfang 2007. Damals war E17 wie der Enlightenment-Desktop auch kurz genannt wird relativ frisch, E17 ist allerdings die in der Entwicklung befindliche Version dieses Desktop Enviroment. Mit den EFL soll ein flexibler und dennoch mächtiger als auch einfach zu verwendenden Satz von Werkzeugen geschaffen werden. Die Bibliotheken werden portabel und optimiert gehalten, damit sie sogar auf Geräten wie PDAs oder ähnlichem funktionieren.
Kurz nach dem vor rund 3 Jahren ein kurzer E17-Boom herrschte gab es natürlich auch eine ebuntu-Distribution, die hat allerdings schon zum zweitenmal den Namen gewechselt, Geubuntu und heute openGEU. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Distributionen, die auf Enlightenment als Default-Desktop setzen, zum Beispiel gOS, welches ebenfalls auf Ubuntu/Debian basiert. Fürs ein einfaches Testen von Enlightenment gibt es eine Live-Distribution – Elive genannt. Ich habe einen wirklich nur sehr kurzen Blick auf openGEU geworfen. openGEU stammt aus Italien, was man an den klangvollen Releasnamen unschwer erkennen kann und versucht die Power von Gnome mit dem Eyecandy von E17 zu verbinden. Die Version 9.10 Codename “Quarto di Luna” war derzeit nicht verfügbar und so habe ich einen kurzen Blick auf die Version 8.10. “Luna Serena” geworfen, welche am 16. März 2009 erschienen ist.
Die Installation unterscheidet sich überhaupt nicht von dem eines normalen Ubuntu, im Installer ist sogar noch bei der Partiotionierung “ubuntu” erhalten geblieben. Nach der Installation die wirklich zügig von statten geht und einem Reboot wird man bereits von einem optisch gelungenen Loginmanager begrüßt.

Dank eva der entsprechenden Bibliothek kann man auch ohne entsprechende Hardware 3D Effekte genißen und das ganze läuft rasch und flott. Einige Dinge gibt es noch, so benutzt man Thunar aus XFCE als Dateimanager, verzichtet auch auf das schwergewichtige OpenOffice und bringt stattdessen Abiword und Gnumeric zum Einsatz und als Mailclient setzt man auf Clawsmail. Und so sieht das Ganze aus.

Die aktuell stabile Version von Enlightenment ist immer noch E16 und dieser ist derzeit beim Stand von 0.16.8.15 welcher am 5. Januar 2009 released wurde. Eigentlich wurde E17 bereits im April 2009 kurzeitig eingefroren und man rechnete im September mit einem Release eines stabilen E17, siehe auch die damalige Meldung bei pro-linux.
Die stabile Version des Enlightenment ist auf openSUSE oder Ubuntu schnell installiert

sudo apt-get install e16
zypper install e16

Beim Ubuntu-System hatte ich allerdings nachher Probleme eine reine Gnome-Session zu starten. Der Windowmanager wurde einfach mit e16 ersetzt, nicht die feine englische.

gconftool -s /desktop/gnome/session/required_components/windowmanager metacity -t string

Bringt einem das Gewohnte in der Desktopumgebung zurück. Dem war aber nicht genug, eigentlich wollte ich mir ja E17 anschauen. openSUSE User finden ein entsprechendes Paket mit dem obligaten oneClick-Installer im openSUSE Buildservice. Ubuntu Nutzer können eine entsprechende Paketquelle hinzufügen:

sudo vi /etc/apt/sources.list

dann folgende Zeile anfügen:

deb http://packages.enlightenment.org/ubuntu lucid main extras
wget http://packages.enlightenment.org/repo.key
sudo apt-key add repo.key

Nach der Installation und dem ersten Login erfolgt eine geführte Konfiguration und dann kann man auch schon den E17 genießen.

Die binären Pakete sind allerdings nur Momentaufnahmen und manche sind schon etwas älter, so ist das Paket im openSUSE Buildservice der Entwicklungsstand vom 16. Mai 2010 und die im Repository für Ubuntu sind noch etwas älter nämlich vom 11. April. Will man den derzeitigen Entwicklungsstand von E17 testen, dann kommt man ums kompilieren nicht herum. Eine Möglichkeit bietet das Easy-E17 Skript. Bevor man es benutzen kann müssen automake und subversion installiert sein, das Skript checkt dann die aktuellen Quellen aus dem SVN aus und baut daraus den aktuellen Stand des E17 zusammen. Aber Achtung, dass muss nicht immer einen funktionierenden Desktop ergeben! In meinem Testfall hab ich mir damit sofort eine funktionierende E17 Installation zerschossen. Das sollten also wirklich nur die tun, die wissen was sie tun.

Am Ende bleibt nur eines zu sagen, die nicht wirklich häufigen Releasezyklen bzw. die völlig undurchsichtige Releasepolitik des Projektes verhindern wohl einVerbeitung von Enlightenment, der einst sehr beliebt war, auf dem Linux-Desktop. Die Entwicklung von E17 begann bereits 2001 und dauert nunmehr 9 Jahre, sicher mit einem nicht gerade großen Entwicklerteam braucht das auf jeden Fall seine Zeit. Die selbst gesteckten Ziele sind auf jeden Fall ehrgeizig. Enna oder auch die Erwägung die EFL-Bibliotheken im Ubuntu Netbook Remix für die ARM-Architektur einzusetzen zeigt, wo Enlightenment wohl in Zukunft eher eine Rolle spielen wird und aus diesem Grunde unterstützt wohl Samsung auch die Entwicklung. Ich jedenfalls bin wirklich gespannt, wann denn E17 sein Release haben wird.

Geschrieben in Desktop Revolution, Killer Application, ubuntuusers | 2 Kommentare »

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  • 2 Kommentare

    1. Einfach Toll Sagt:

      Ach ja, Enlightenment. Die Entwicklung geht in der Tat sehr schleppend vorran, so hab ich den Eindruck, und nach Bugs und Designschwächen muss man auch nicht lange suchen, aber ich finde es trotzdem beeindruckend, wie schick und flink das ganze läuft. Wenn Kubuntu bei mir mal wieder rumzickt, ist das immer meine „Ausweich“-Desktopoberfläche.

    2. Thilo Sagt:

      Ich finde das für ein Produktivsystem leider noch sehr unbrauchbar. Ja, wie lange ist E17 jetzt eigentlich schon in Entwicklung? Ich glaube, das dürften nun schon ab die 10 Jahre sein, oder? Ich bezweifle fast, dass es ein Release geben wird.

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