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Nun zwitschert Turpial auch auf Deutsch

August 26th, 2010 von buergermeister

Mich ärgert nach wie vor die Tatsache, das Gwibber nun unbedingt den Gnome-Keyring verlangt, was nach sich zieht ein ganzes Gnome installieren zu müssen, was nicht im Sinne des Erfinders ist, wenn man eine schlanke OpenBox oder ähnliche Desktopumgebungen nutzen möchte. Die Entwicklung des kleinen venezolanischen Python-Twitterclient namens Turpial verfolge ich ja seit Anbeginn. Im ersten Beitrag schrieb ich noch Fazit: “Entwicklung verfolgen und auf Ãœbersetzung hoffen”, nunmehr ist Turpial internationalisiert und kann auch in der deutschen Sprache benutzt werden. Die derzeit stabile Version 1.3.4 kann immer noch auf http://code.google.com/p/turpial/downloads/list heruntergeladen werden. Inzwischen betriebt das kleine Projekt auch eine eigene Webpräsenz unter http://turpial.org.ve, die Seiten sind allerdings nur in Spanisch verfügbar. Im zweiten Test wartete der kleine Zwitscherbruder bereits mit einigen schicken Features auf, wie dem Stummschalten von nervigen Twitterfreunden. Damals schrieb ich, dass leider nur das Twitterprotokoll in den Client integriert ist, dass aber sicher andere Protokolle noch integriert werden.

Nun ist es soweit, mit der Version 1.4.7a1 verfügt der Client über die Möglichkeiten auch vie identi.va sich der Welt mitzuteilen oder eben zu lesen, was die Welt so mitzuteilen hat. Die entsprechende Software zu bekommen, war dieses Mal ein Abenteuer, denn weder auf den Google-Code noch auf den Projektseiten und dem zugehörigem Github fanden sich Pakete oder Sourcen zu dieser Version, überall wurde nur die stabile Version 1.3.4 angeboten. In Launchpad allerdings gibt es eine Entwicklerversion, so Ubuntunutzer können also einfach die entsprechende PPA hinzufügen

sudo add-apt-repository ppa:effie-jayx/turpial-devel
sudo apt-get update && sudo apt-get install turpial

Natürlich findet man auch entsprechende Quellen, so dass auch einer Installation auf openSUSE nichts mehr im Wege steht. Zusätzlich zum bereits beim letzten Mal benötigten Paket “python-pygame” muss man dieses Mal noch “python-babel” installieren. Das geht am schnellsten mit Zypper.

zypper install python-pygame

Dann ach kann man die Quellen entpacken und in das Verzeichnist wechseln und dort ruft man die Datei setup.py auf

python setup.py build

Danach kann man als root wieder das Skript mit der Option install aufrufen, bei meinem System führte das allerdings zu einem Fehler, das das Zielverzeichnis nicht existierte. Das Setupskript versucht nach  /usr/local/lib/python2.6/ zu installieren, da gibt es zwei Möglichkeiten entweder das Verzeichnis anlegen oder das Setupskript an den entsprechenden Pfad anpassen. Ich habe mich für erste Variante entschieden (einfach aus Bequemlichkiet ;) ) Nach dem Anlegen des Verzeichnisses habe ich also.

python setup.py install

aufgerufen und das Skript hat die entsprechenden Dateien in dieses Verzeichnis kopiert. Dannach kann man das Programm entweder mit ALT+F2 oder über ein Terminal aufrufen, ein Menüeintrag wird auf diese Weise natürlich nicht angelegt. Es begrüßt einen der schon aus früheren Versionen bekannte Loginscreen von Turpial. Dieses Mal gibt es allerdings ein Dropdownmenü, welches Twitter und Identi.ca zur Auswahl bietet.

Die Übersetzung von Turpial ist bis auf ein kleines Stück vollständig, nur die Einstellungen der Aktualisierungshäufigkeit sind nicht übersetzt, aber sie sind nicht Spanisch sondern nunmehr English und damit verständlicher. An der grafischen Oberfläche oder den Features hat sich seit dem letzten Test nicht viel getan. Auch die Stummschalten-Einstellungen zeigen sich erst, wenn man den ersten in der Timeline zum schweigen gebracht hat. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für mich, sonst würde ich sofort auf Turpial umsteigen, ich muss mich beim Login entscheiden entweder Twitter oder Identi.ca. Aber ich bin zu 100% sicher das wird nicht so bleiben und in wenigen Monaten, wenn nicht Wochen wird Turpial mit Twitter und Identi.ca gleichzeitig umgehen können. Dann würde mir nur noch die yourls-Unterstützung fehlen und der Twitterclient wäre perfekt.

Geschrieben in Killer Application, ubuntuusers | 1 Kommentar »

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1 Kommentar

  1. Juergen Sagt:

    Interessante Alternative. Werd ich auch mal mit weiterverfolgen.
    Ich nutze mittlerweile Pino http://pino-app.appspot.com/
    Schön leichtgewichtig, braucht keinen Gnome Keyring und beherrscht mehrere Accounts gleichzeitig.

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