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Boxee, naja nicht so ganz out of the Box

Juli 19th, 2010 von buergermeister

Noch ein Multimedia-Center, welches im Artikel über die HTPC-Lösungen nicht aufgeführt ist, ist Boxee. Boxee rühmt sich “the first “social” media center, whose free, open source, downloadable software is changing the way consumers experience media” zu sein.
Boxee bietet an Grundfunktionen, alles was die anderen Mediacenter auch bieten, also das Betrachten von Fotosammlungen, das Abspielen von Musik, das Anschauen von Fernsehen und Videos. Hinzu kommt aber eine starke Einbindung von Onlinemediendiensten wie last.fm, youtube und vielen anderen.
Boxee ist an und für sich freie Software, da aber der Schwerpunkt von Boxee darauf liegt ein “Social” Media Center zu sein, dass heißt man kann das was man ansieht mit seinen Freunden teilen, ist ein Login bei Boxee erforderlich.
Boxee ist für Windows, Mac und natürlich für Linux erhältlich. Auf den Seiten von Boxee findet man entsprechende Softwarepakete, allerdings nur für Ubuntu. Die Quellen scheint es jeweils nur für die unstabile Version zu geben und auch das nur gegen Login, nicht so ganz Open Source aus meiner Sicht. Dafür kann man Boxee jetzt auf einer “Box” erwerben. In Zusammenarbeit mit D-Link hat man eine Hardware-Box(ee) vorgestellt, die neben einem extravaganten Design, welches fürs Wohnzimmer durchaus geeignet ist zahlreiche Anschlüsse, wie HDMI ausserdem gibt es aber auch getrennte Audio-Ausgänge (optisch und analog), sowie zwei USB-Ports und einen Slot für SD-Karten. Für die Netzwerkfunktionen integriert man WLAN (802.11n) und einen Ethernetanschluß. Die Fernbedienung besitzt auf der Rückseite eine vollwertige QWERTY-Tastatur. Preislich soll sich das Ganze um die 200$ bewegen. Mehr dazu auf den Seiten von Boxee.

Ich jedenfalls hab Boxee erst einmal kurz ausprobiert und auf einer Ubuntu 10.04 Installation aufgesetzt. Dafür habe ich mir das entsprechende Paket von den Seiten von Boxee heruntergeladen. Da Boxee wie oben bereits erwähnt auch viele Services wie Youtube und ähnliches integriert kommt man um die Installation von Flash nicht herum, wenn man alle Funktionen nutzen möchte. Boxee hat so einige Abhängigkeiten, die zuerst gelöst werden müssen. Das geht am einfachsten folgendermaßen:

sudo apt-get install libglew1.5 liblzo2-2 libsdl-image1.2 libsdl-gfx1.2-4 libmad0 libtre5 xsel libenca0 libmms0 flashplugin-nonfree flashplugin-installer mysql-common libmysqlclient16 libxmlrpc-core-c3 libxmlrpc-c3

danach kann man der heruntergeladene Paket mit:

sudo dpkg -i Pfad_zumPaket/Paketname.deb installieren.

Im Anschluss findet man Boxee im Menüeintrag unter Multimedia und kann es von dort aus starten. Beim ersten Aufruf muss man sich einloggen oder einen Account bei Boxee anlegen, ohne läßt sich Boxee nicht starten. Das ist aus meiner Sicht nervig, hier setzt man auf jeden Fall auf Zwang.
Die Oberfläche sieht wie zu erwarten den anderen Multimedia-Center Lösungen ähnlich, einzig besser ist die vorbereitete Integration der Onlinedienste, die aber ihren Schwerpunkt eindeutig auf amerikanische Medien legt. Allerdings muss ich erwähnen, dass mit 1GB Arbeitspeicher, das ganze sehr ruckelig lief und nicht sehr angenehm zu bedienen war.
Fazit: Für mich kommt Boxee überhaupt nicht in die Tüte, mir kommt das Ganze so vor als reitet man hier auf der Welle von OpenSource und freier Software als die man die Lösung eindeutig in seinem Werbevideo bezeichnet. Der Zwang sich selbst für die Sourcen einloggen zu müssen und diese auch nur für die Entwicklungsversion (tja stellt mal die stabilen bereit, da käme vielleicht einer auf die Idee das für Fedora und openSUSE zu packen) bereit zu halten, hält bei mir den Spaß in Grenzen. Allerdings vom technischen Standpunkt ein gelungenes Multimedia-Center.

Geschrieben in Distribution Drama, Killer Application, ubuntuusers | 5 Kommentare »

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  • 5 Kommentare

    1. Bernhard Rode Sagt:

      Boxee ist übrigens ein Fork des weitbekannten XBMC, ich bin bekennender XBMC Fan und finde die entwicklung von denen dennoch echt sehr geil, da haben sich ein paar jungs echt gedanken gemacht.
      Würde ich in den USA leben und könnte Netflix und Hulu beziehen wäre Boxee meine erste Wahl.

      Schade ist, dass sich die Boxee Box so verzögert, sollte eigentlich schon lange da sein und wäre damit mal ein OS Projekt gewesen, dass weit vor der Konkurenz (Apple TV, Google TV, Windows MCE,…) liegt….

      Mal abwarten, wei sich das ganze entwickelt.

    2. buergermeister Sagt:

      Ich sag ja technisch einwandfrei, nur eben der Loginzwang und die irgendwie fehlenden Sourcen machen mir Kummer.

    3. ThreeM Sagt:

      Läuft den Boxxie stabil? Ich habe vor einigerzeit arge Probleme auf einem Atim/ion Board gehabt.

      Nach einiger testphase hab ich aber xbmc den Vorzug gegeben. Hier kann ich optional ebenfalls Funktionen die Boxxee bietet nachbilden.

      Man darf übrigens erwarten, das dass Plugin Chaos in absehbarer Zeit der Vergangenheit angehört. Siehe dazu: http://www.xbmc.org

    4. buergermeister Sagt:

      über Stabilität mag ich gar keine Aussagen machen, da mich das ruckeln und zuckeln beim Bedienen bereits angenervt hat.

    5. switchereast Sagt:

      Ich nutze Boxee schon längere Zeit. Auf dem am TV angeschlossenen Gericom-Notebook ist es der einzige Mediaplayer, der stabil läuft- ohne ruckeln und Verzögerungen(Intel P4/512MB RAM).
      Kleiner Nachteil wird für viele der Bezug zum amerikanischen Markt sein (da kann man nur neidisch sein), die Filmverwaltung mit Abgleich zur englischen IMDb (Filmtitel im Orginal für die Ordner, dann findet er sie auch).
      Toll finde ich das Feature Add-to-Boxee, so das ich unterwegs am netbook interessante Videofundstücke einfach adde und sie stehen zu Hause am Mediacenter sofort zu Verfügung. Ebenso interessante RSS-Poadcast. Deswegen macht die Pflicht zum LogIn auch Sinn.

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