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La música de los cuervos Teil 12

November 19th, 2006 von buergermeister

Ungefähr die Hälfte des Publikums buhte ihn aus, die andere Hälfte spendete ihm Beifall. Dana hatte keine Meinung dazu, ihr war alles egal. ‘All my goals, plans, hopes are gone’, dachte sie, ‘What’s my life without him?’
Der nächste war an der Reihe, besser gesagt, die nächste. Sie sah niedlich aus mit ihren blonden, bieder frisierten Löckchen und dem kurzen Röckchen.
Sie las ein Gedicht von Heinrich Heine.

„Küsse, die man stiehlt im Dunkeln
und im Dunkeln wiedergibt
solche Küsse, wie besel’gen
sie die Seele, wenn sie liebt …“

… das war zu viel. Jetzt mußte sie sich auch noch Liebesgedichte anhören. Nein, das mußte sie nicht. Dana erhob sich, schlängelte sich an den anderen Stühlen vorbei nach draußen (wobei sie einigen, who where interested in writing and poetry, auf die Füße trat) und ging.
Das letzte, was sie hörte:

„… weine lieber, liebe Seele,
weil das Weinen leichter ist.“

Und Klatschen.
Ja, das gefiel den Leuten, die Liebe, das Küssen.
Auf dem Weg zu ihrer Wohnung kam sich Dana sehr unhöflich vor. Sie hätte wenigstens ‘Tschüß’ zu Mia sagen können. Aber sie fühlte sich auch überlegen. Sollten sie sich doch den Kopf darüber zerbrechen, was mit ihr war, wenn sie wollten, sollten sie doch bitteschön ein schlechtes Gewissen haben. Una concienca mala.
Jetzt konnte sie das Konzert der Raben doch noch hören.

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