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Ramsch-Computer

März 12th, 2008 von buergermeister

Tja während Dell zunehmend steigende Zahlen (mit denen sie noch nicht zufrieden sind) beim Absatz verbuchen kann. Hat der Walmart Probleme beim Absatz seines Linux-PC, die nehmen jetzt ihren Green gPC wieder aus den Regalen. Dem Onlinehandel bleibt er erhalten. Mal ehrlich was habt ihr erwartet, lange Schlangen wie wenn Aldi PC im Angebot hat? Ihr habt nen Rechner zusammengeschraubt mit den billigsten Teilen aus Taiwan, die ihr finden konntet. Dann habt ihr darauf ein Linux installiert, eine Distribution, der Namen ich bis zur Meldung das ihr uere Linux-Pc aus den Läden nehmen wollt nicht einmal kannte. Mal ehrlich wer kennt schon gOS? Entscheidend war wieder mal nur der Preis 199$ war das Ziel. Mensch Preise sind doch nicht alles. Ich würde mir auch keinen Düsenjet in den Vorgarten stellen nur weil er 199$ kostet, ich kann das Ding einfach nicht bedienen, geschweige denn fliegen. Vielleicht wärt ihr das Gerät losgeworden, wenn ihr es mit ubuntu angeboten hättet? Glaube kaum das sich das preislich dann wesentlich unterschieden hätte. Vielleicht 205$ statt 199$. Aber jetzt mal ehrlich: Linux ist vielfältig, Linux selbst kostet kein Geld, aber es ist nicht umsonst. Die immer wieder oft gestellte Frage, welche ist die richtige Distribution für mich. Die gibt es eben nicht, da kann man nur mit dem Interessenten darüber reden und versuchen die Richtige zu finden. Beratung im Billigsegment? Beratung wo ein PC nur 199$ kosten darf? Na dann ramscht mal weiter herum im Billigsegment. Ich verkaufe lieber PC günstig und Service dazu und das kostet dann eben ein paar $ mehr. Ist es aber auch wert.

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  • Scheinbar hat niemand

    November 24th, 2006 von buergermeister

    Interesse an dem Geheimnis der Geschichte La musica de los cuervos oder vielleicht doch? Naja, bisher hat jedenfalls noch keiner gross gefragt, was das sollte oder wo da der Sinn ist. Finde ich sehr seltsam

    Geschrieben in Endless Stories, The Weblog | 4 Kommentare »

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  • La música de los cuervos Teil 18

    November 24th, 2006 von buergermeister

    m Laufe des Abends taute Dana nach und nach auf. Die Blicke, mit denen er sie immer wieder bewarf, schienen ihr Eis zum Schmelzen zu bringen.
    Und heute unterhielten sie sich nicht über computers and technology, auch wenn der richtige Thorsten einmal kurz von seinem Blog sprach.
    Nein, the topics, die Themen waren eher philosophischer Natur – Religion and Philosophy and Politics et Musique.
    „Welche Musik magst du denn?“, fragte der falsche Thorsten. Dana, langsam aus ihren Gedanken auftauchend (sie hatte gerade einen komplizierten Satz in spanisches Leder zu kleiden versucht): „Was, meinst du mich?“
    „Ja.“
    „Hmm … la música de los cuervos.“
    „Wie bitte?“
    „Die Musik der Raben. Magst du sie mal hören? Ich habe eine ganze Band vor meinem Fenster.“
    „Gern.“

    Es war eine so schöne Party gewesen. Dana lächelte. Sie stand vor ihrem Fenster und blickte auf den Nußbaum. Jetzt schliefen die Raben, aber morgen würden sie wieder ihren Blues singen. Für sie und ihn.
    Ihn … Erst jetzt fiel Dana auf, daß sie noch immer nicht seinen Namen kannte.

    The End, Fin, Fine, Ende

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  • La música de los cuervos Teil 17

    November 23rd, 2006 von buergermeister

    „Gut siehst du aus“, sagte Mia, als Dana wieder in die Küche kam. Sie hatte die Haut sehr hell und die Lippen rot bemalt. Und am Hals zwei rote Punkte.
    „Wer hat dich denn da gebissen?“, fragte Thorsten.
    „Mia, wer sonst.“
    Die Türklingel meldete sich zu Wort.
    „Dana, mach mal auf, ich habe zu tun.“
    Mia schien es gerade unheimlich wichtig zu finden, von der Kürbissuppe zu kosten.
    Klopfenden Herzens und zu Gesicht steigenden Blutes, ging Dana zur Tür. War ihr das jetzt peinlich, vorgestern so plötzlich abgehauen zu sein … hätte sie es nicht getan, hätte sie sich einen Tag voller Traurigkeit und schlechter Laune erspart. Aber dann hätte sie gestern auch nicht so viel gelernt. Sie öffnete die Tür. Und da stand er. Seine Augen … blau, tief, dunkel … jetzt, da sie länger in ihre sahen, schien der Blick fast lebensgefährlich zu sein. Jedenfalls machte er ihre Knie weich.
    „Hallo“, sagte Dana. Ihre Stimme war belegt und klang wie das Krächzen eines ihrer Raben unter dem Nußbaum.
    „Hallo. Wer hat dich denn gebissen?“
    „Mia.“ Jetzt klang ihre Stimme wie die einer Maus. „Paß auf, daß sie dich nicht auch noch beißt.“
    „Oh, da kann ich mich schon wehren.“
    Wenn er lächelte, wurde sein Blick noch intensiver und Danas Knie noch weicher. Bevor sie umfiel, sagte sie: „Komm doch rein.“
    „Gern.“

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  • La música de los cuervos Teil 16

    November 23rd, 2006 von buergermeister

    Danas Augen wurden so groß wie die ihres Kürbisses.
    „Den richtigen Thorsten habe ich am selben Abend noch kennengelernt. Darauf habe ich dann bestanden. Das sind vielleicht Vögel! Thorsten hat sich nicht zu unserer Verabredung getraut, da hat er seinen Mitbewohner vorgeschickt! Wahrscheinlich hast du ihm beim letzten Chat Angst gemacht.“ Mia lachte. „Im richtigen Thorsten habe ich Entretenimiento gleich wiedererkannt. Und wir haben uns verliebt. Das heißt, eigentlich waren wir’s ja schon. Hm … na ja, sein Mitbewohner schien nicht allzu enttäuscht zu sein. Zum Glück. Der kommt übrigens heute auch.“
    Dana mußte sich wegdrehen, um ihr plötzlich aufflammendes Lächeln zu verbergen.
    „Kann ich mal dein Schminkzeug benutzen?“
    „Na klar“, sagte Mia, und schon war Dana im Badezimmer verschwunden.
    Mia schüttelte ungläubig mit dem Kopf und lächelte. Sie glaubte sich zu erinnern, wie Dana ihr mal eine Geschichte erzählt hatte. Von jemandem, der sie immer ansah, obwohl er sie nicht kannte. In dessen Blick sie sich verliebt hatte. Dieser Jemand war doch nicht etwa … aber warum nicht? Die Welt war so klein.
    Dana hatte nichts von der Verwechslung gewußt und war trotzdem gekommen. Es war doch wirklich sehr schön, eine Freundin wie sie zu haben.

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  • La música de los cuervos Teil 15

    November 23rd, 2006 von buergermeister

    Aber als sie am Tisch saß, war ihr der Hunger vergangen. Sie war allein, abgesehen vom Kürbis. Der grinste sie an, guckte aber auch ein wenig erschrocken drein, zumindest seine Augen, vor Schreck geweitet, als stünde Michael Myers mit gezücktem Messer vor ihm. Es war aber nur Danas Messer gewesen, das ihr ein wenig ausgerutscht war und die Augen zu groß hatte geraten lassen.
    Apple Pie und Pumpkin Soup standen verlockend vor ihr, aber sie hatte keinen Appetit.
    Halloween alleine feiern …
    Scheiß drauf! Sie konnte nicht ewig sauer auf Mia sein. Und ihren neuen Freund …
    Sie holte ihre Jacke, packte die Apple Pie in einen Beutel, nahm den Topf mit der Suppe und machte sich auf den Weg zu Mias Wohnung.

    „Hallo Dana!“ Mia stand als offenherzig gekleidete Vampirlady vor ihr. „Toll, daß du da bist. Ich hab fast nicht mit dir gerechnet. Was war denn los die letzten Tage?“
    „Das erzähl ich dir später vielleicht einmal.“
    „Hm. Ist gut. Hey, was hast du denn alles mit?“
    „Die kulinarische Ausstattung für heute Abend. Apple Pie und Kürbissuppe.“
    „Oh toll, das paßt ja wunderbar zu meinen süß-sauren Kürbisstückchen und der Spinnencreme!“
    „Klingt ja lecker.“
    „Nicht wahr? Wo ist denn dein Kostüm?“
    „Hab ich doch an.“
    „?“
    „Ich bin als Dana verkleidet.“
    Mia lachte. „Komm, wir schaffen das Futter erstmal in die Küche.“
    „Ist gut.“
    Dana folgte ihrer Freundin. Gleich würde sie ihn sehen, aber sie wollte tapfer sein. Es machte nichts. Es war egal. Sie war schon gar nicht mehr verliebt.
    „Thorsten, was denkst du, wer da ist? Dana!“ Mia gab ihm einen Kuß auf die Lippen.
    „Hallo“, sagte er zu Dana, als die Vampirlady seinen Mund wieder freigegeben hatte.
    „Hallo“, gab Dana zurück.
    In ihrem Kopf entstand ein großes Fragezeichen.

    „Mia, ich verstehe gar nichts mehr“, sagte sie zu ihrer Freundin, als sie in der Küche waren, „wer ist denn der Typ, den du gerade geküßt hast?“
    Mia kicherte. „Ja, das hast du alles noch gar nicht mitgekriegt, Miss Handy-Ignorantin … Als dieser blöde Poetry Slam vorbei war, eröffnete mir Entretenimiento, er sei gar nicht Entretenimiento, sondern sein Mitbewohner.“

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  • La música de los cuervos Teil 14

    November 22nd, 2006 von buergermeister

    „Hallo Dana, was ist denn los? Ich habe x Mal versucht, Dich anzurufen … Hast Du Dein Handy verschmissen? Bitte ruf mich zurück, wenn Du die sms gelesen hast. Oder GEH MAL ANS HANDY.
    LG
    Mia“ und
    „Hallo Dana! In der Hoffnung, daß diese sms nicht ungelesen verklingt: Wir geben morgen eine Halloween-Party. 20 Uhr bei mir. Du bist herzlich eingeladen. Ich freue mich, wenn Du kommst.
    LG
    Mia
    P.S.: Kostümpflicht!“

    Nun wußte Dana, was sie morgen Abend nicht tun würde.
    Halloween … hm, ja genau, sie würde ein paar Äpfel kaufen und einen Kürbis und sich ein richtig typisch amerikanisches Halloween-Menü zaubern.

    Die kleine Küche war erfüllt von leckeren Gerüchen. Es duftete würzig und süß – nach Schweinsknochen, die zusammen mit Möhren, Zwiebeln und Kräutern auskochten und nach einer Apple Pie im Backofen, die gerade dabei war, schön braun und knusprig zu werden.
    Ein riesiger Kürbis stand auf dem Tisch. Dana wetzte gerade ein großes Messer wie ein Fleischer, der einer gut gemästeten Sau an den Kragen wollte. Aber sie wollte nur dem Kürbis an den Kragen. Zuerst schnitt sie oben eine Art Deckel ab, um an das Innere zu kommen. Es war schon schwierig genug, das Fruchtfleisch von der Schale zu trennen, aber Dana wollte obendrein das Kürbisäußere erhalten, um später ein Gesicht draus schnitzen und eine Kerze hineinstellen zu können.
    Beinah hätte sie noch einen leckeren Finger für die Suppe gehabt, aber schließlich war die Arbeit geschafft, der Kürbis ausgehöhlt, alle Finger noch dran und das Fruchtfleisch zusammen mit Gehacktem, Tomaten und der Brühe aus ausgekochten Schweinsknochen im Topf. Das duftete schon gut.

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  • La música de los cuervos Teil 13

    November 20th, 2006 von buergermeister

    Am nächsten Tag blieb der Rechner aus. Computers and Internet were not desired. She had to mind another business. D’oublier l’étranger. Le y ésta mirada.
    Und lernen.
    No entertainment, no movies, no games, no family, no friends, no distraction. Pas de distraction.
    Sie würde arbeiten und vergessen.
    Dana hüllte sich in die Stille des Vormittags und las und lernte. Die Raben draußen unter dem Nußbaum raschelten in den Blättern und krächzten träge, aber sie störten die Stille nicht, sondern waren vielmehr ein Bestandteil von ihr.

    Am frühen Nachmittag riß das Klingeln des Telefons die Stille entzwei. Dana wartete ab, bis es verklang, nahm dann das Handy und stellte es auf lautlos.
    Forget it, Mia, it’s not that easy.
    Dana lernte bis in den frühen Abend hinein. Nachdem sie den vorerst letzten Satz gelesen hatte, streckte sie die Arme in die Luft, dehnte sich und gähnte. Erst jetzt merkte sie, wie hungrig sie war. Auf der Suche nach etwas Eßbarem, in search for some food, stolperte sie über ihr Handy. Dreizehn Anrufe, zwei Meldungen – allesamt von Mia. Hm, sie würde die beiden SMS später lesen. Eventuell.

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  • La música de los cuervos Teil 12

    November 19th, 2006 von buergermeister

    Ungefähr die Hälfte des Publikums buhte ihn aus, die andere Hälfte spendete ihm Beifall. Dana hatte keine Meinung dazu, ihr war alles egal. ‘All my goals, plans, hopes are gone’, dachte sie, ‘What’s my life without him?’
    Der nächste war an der Reihe, besser gesagt, die nächste. Sie sah niedlich aus mit ihren blonden, bieder frisierten Löckchen und dem kurzen Röckchen.
    Sie las ein Gedicht von Heinrich Heine.

    „Küsse, die man stiehlt im Dunkeln
    und im Dunkeln wiedergibt
    solche Küsse, wie besel’gen
    sie die Seele, wenn sie liebt …“

    … das war zu viel. Jetzt mußte sie sich auch noch Liebesgedichte anhören. Nein, das mußte sie nicht. Dana erhob sich, schlängelte sich an den anderen Stühlen vorbei nach draußen (wobei sie einigen, who where interested in writing and poetry, auf die Füße trat) und ging.
    Das letzte, was sie hörte:

    „… weine lieber, liebe Seele,
    weil das Weinen leichter ist.“

    Und Klatschen.
    Ja, das gefiel den Leuten, die Liebe, das Küssen.
    Auf dem Weg zu ihrer Wohnung kam sich Dana sehr unhöflich vor. Sie hätte wenigstens ‘Tschüß’ zu Mia sagen können. Aber sie fühlte sich auch überlegen. Sollten sie sich doch den Kopf darüber zerbrechen, was mit ihr war, wenn sie wollten, sollten sie doch bitteschön ein schlechtes Gewissen haben. Una concienca mala.
    Jetzt konnte sie das Konzert der Raben doch noch hören.

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  • La música de los cuervos Teil 11

    November 19th, 2006 von buergermeister

    „Miscellaneous.
    Misc
    Risk
    Disk
    Whisky
    Whiskey
    Empty
    Photography …“

    Er wurde lauter.

    „Jobs, work, careers
    School, college,
    Greek

    meek
    Ro, RoRomance and relationships
    ships
    shipping
    on the ocean
    sinking

    “Kulti
    Multi
    Media
    Automotive
    Daily Journal
    Votiv candles
    Blend Scotch
    Divertissement
    Articles and Quiz
    Miss New Orleans
    Baked beans
    Weblogschokolade
    Random.“

    Begann zu schreien.

    „Dreams and the supernatural
    in my overall
    Movies, TV, celebrities
    TV
    Ivy!
    Google
    Noodle
    Boogie Woogie
    The dome’s my home
    Food and drink
    drink and food
    I’m
    not in the mood“

    „Ist das ein Scheiß“, flüsterte Mia in Danas Ohr. Aber Dana hörte gar nicht zu. Sie haßte diesen Abend, wollte nur weg, weg von hier. We gotta get out of this place! Aber sie blieb.

    „Software
    shareware
    Teddybär
    Sports
    Mord
    Survey and
    Cold Turkey
    Travel and places
    Myspaces
    Reviews of the
    News and politics
    Eurythmics
    Mix, Mix, Mix,
    Misc
    Miscellaneous.“

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  • La música de los cuervos Teil 10

    November 18th, 2006 von buergermeister

    Auf dem Weg zum Myspace, denn sie hatten nun entschieden, zum Poetry Slam zu gehen (das heißt, Mia hatte entschieden), waren sie sehr schweigsam. Mia versuchte das Gesprächs-Tiefdruckgebiet zu füllen, indem sie Thorsten mit Fragen bombardierte.
    „Was sind denn so deine Hobbies?“ – „Das haben wir doch schon online ausdiskutiert.“
    Dana schaltete ihre Ohren wieder ab und verschanzte sich in ihrer eigenen Welt aus Gedanken und Träumen. Aber die sah heute düster aus, Regenwolken verhangen.

    Das Myspace war eine alte Villa, kurz vor der Baufälligkeit. Einige Idealisten veranstalteten dort manchmal solche Poetry Slams wie heute oder Lesungen, Diskussionen über Politik, Umweltprobleme, Religion. Alles Mögliche. Current affairs.
    Die Bude war voll heute. Dana fühlte sich schon ein wenig betrunken von den Martinis, aber sie holte sich trotzdem noch ein Bier. Erst, als der Erste zu lesen begann, setzte sie sich zu den beiden anderen, die ihr einen Platz freigehalten hatten.
    Es war ein kleines, süßes Gedicht über Vögel, Regentropfen und den Herbst. Nichtig. Keine tollen Bilder oder Metaphern. Aber ganz nett, wie Mia ihr ins Ohr flüsterte. Diese Einschätzung, so fand Dana, war schlimmer als der totale Verriß. Wenn jemals jemand irgendetwas von ihr als „ganz nett“ bezeichnete, wollte sie aufhören zu schreiben. Aber das alles erzählte sie Mia nicht, sondern versuchte, noch grimmiger und unnahbarer drein zu blicken.
    Der nächste war an der Reihe.
    Er hatte seine Haare zu spitzen Stacheln gestylt, so sah er aus wie ein Igel. Die lederne, gemusterte Jacke ließ eher auf ein Krokodil schließen. Und schließlich die Schuhe, die waren wie die des kleinen Mucks. Aber wer weiß, vielleicht war dieser Typ der neue Hemingway. Vorn angekommen, stellte er einen alten Kassettenrekorder vor sich hin – High Tech – und drückte auf Play.
    Zunächst erklang nur Quietschen, dann gesellten sich einige Klavierschnipsel und karge Gitarrenakkorde dazu. Was sollte das werden? Zusammen alte Kassetten anhören? ‘Das ist eine Lesung, du Depp’, dachte Dana.
    Geigentöne wie das morbide Kreischen dunkler Vögel … dann weiblicher Gesang. Aber nein, kein Gesang in dem Sinne, es fehlten die Worte, eher ein Heulen.
    Und dann, endlich, begann er zu lesen. In die Musik hinein, kaum lauter als ein Flüstern.

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  • La música de los cuervos Teil 9

    November 17th, 2006 von buergermeister

    Dana hatte Entretenimiento sofort erkannt. Sie wußte, wer er war, natürlich. Er, dessen Blicke sie so verfolgten … er hatte nun einen Namen, Thorsten Weber, und er stand vor ihr, den Arm um Mia gelegt.
    Am liebsten wäre sie nach Hause gerannt.
    In ihrem Selbstmitleid sah sie nicht, daß Thorsten ähnlich dreinschaute wie sie.
    „Was ist denn, hey, Erde an Dana -“
    „Nichts. Gehen wir rein.“

    Dana bestellte sich einen trockenen Martini und setzte sich auf einen Barhocker, das Gesicht zur Faust geballt. Sie beteiligte sich nicht am Gespräch, beschäftigte sich lieber ausgiebig mit ihrer Olive, sollten sie doch turteln, diese Tauben!
    Sie war eine Dame von Welt, da stand sie doch drüber, das war ihr doch alles egal … Romance and relationships? Humbug!
    Die beiden unterhielten sich über Weblogs, Blogs und BloggingPodcast? ‘Oh, wie romantisch …’, dachte sie hämisch.
    Sie hörte einige Gesprächsfetzen. „Moblog?“, sagte Mia gerade. „Ja, das …“
    Dana schaltete ihre Ohren ab. Sollten sie doch labern.
    Sie bestellte sich einen weiteren Martini. Ab und zu blickte Mia beunruhigt zu ihr hin. Babosa vaca.
    Als Dana ihren dritten Martini vor sich stehen hatte, fragte Mia leise: „Was ist denn los mit dir?“
    „Niente.“
    „Ach komm, du hast doch was.“
    „Non.“
    ‘It’s personal‘, dachte sie, ‘und das wirst du nicht verstehen.’

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  • La música de los cuervos Teil 8

    November 16th, 2006 von buergermeister

    „Hallo Mia. Gut siehst du aus. Daneben wirke ich ja wie eine graue Maus.“
    „Ach nein, eher wie eine schwarze.“
    Dana blickte an ihrer schwarzen Bluse herunter, die mit ihrer schwarzen Samthose verschmolz, und knurrte ungnädig.
    „Nun erzähl mal, wie war’s?“
    „Sein Name ist Thorsten Weber. Seine Freunde nennen ihn Web. Kein Wunder, daß er sich online so einen langen, zungenbrecherischen Namen zugelegt hat.“
    „Na, und wie weiter?“
    Ihre Absätze klackten in unterschiedlichen Rhythmen auf dem Pflaster des Fußwegs.
    „Ich weiß nicht, er kommt mir nicht so vor wie Entretenimiento. Er ist schweigsamer.“
    Wie schaffte sie es nur, seinen Namen auszusprechen, ohne sich die Zunge dabei zu verknoten?
    „Nahezu in sich gekehrt …“
    „Er ist ja auch nicht Entretenimento … -miento, hilfe, dieser Name, ich meine, er ist in Wirklichkeit Thorsten Weber. Nur vor seinem Laptop ist er Entre-und-so-weiter“, sagte Dana.
    „Ja. In Wirklichkeit kann er wohl nicht so aus sich raus gehen. Na ja, was soll’s.“
    „Und wie gefällt er dir nun?“
    „Oh, er sieht echt gut aus. Nett ist er auch. Ich denke, man kann sich schon in ihn verlieben. Ein bißchen bin ich’s jedenfalls. Wenn er nur nicht so still wäre …“
    „Tja, c’est la vie. Nobody is perfect.“
    Eine Weile liefen sie schweigend nebeneinander her, der kühle Abendwind wehte ihnen durchs Haar.
    „Was wollen wir überhaupt machen?“, fragte Dana.
    „Oh, erstmal treffen wir uns im Culture Club. Da können wir ja einen oder zwei Cocktails trinken. Ich weiß nicht, heute abend ist so viel los, das entscheiden wir nachher zusammen, oder? Im Myspace sind immer tolle Events.“
    „Ich hab gelesen, da soll heute so ein Poetry Slam sein.“
    „Oh cool! Hast du was zum Vorlesen mit?“
    „Non.“
    „Und so was nennt sich Hobby-Autorin.“
    „Ich werf doch keine Perlen vor die Säue … confiture aux chocons.“
    „Ts, ts … sowas Eingebildetes – ah, da ist er, das nenne ich Timing!“
    Pasatiempos, passende Zeit?
    Sie trafen sich direkt vor dem Culture Club, die Damen kamen aus der einen, er aus der anderen Richtung.
    „Hallo!“, Mia stürmte auf Entretenimiento zu und umarmte ihn.
    „Dana, das ist Thorsten, Thorsten – Dana.“ Mia runzelte die Stirn. „Was ist denn, Dana?“
    Dana war wie erstarrt stehen geblieben und sah aus, als hätte sie einen Geist gesehen. Das Lachen war aus ihrem Gesicht verschwunden, ersetzt durch eine erschrockene, enttäuscht und unglücklich anmutende Miene. Sie sah aus wie ein Kind, dem jemand das Lieblings-Spielzeug gestohlen hatte – das Unglück war zu groß, um es gleich ganz fassen zu können, aber es fraß sich seinen Weg langsam, aber sicher ins Bewußtsein.
    Sie sah aus, als wäre sie den Tränen nahe.

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  • La música de los cuervos Teil 6

    November 15th, 2006 von buergermeister

    Die Abendsonne schien sanft durch die Wolken hindurch und tauchte die Stadt, die Häuser, in rosarotes Licht. Der Tag endete rosa – one of the rose days … oder war das ihre Brille?
    Auch die Luft wirkte rosa, genauer ihr Duft – süß von irgendwelchen Blüten, die Dana nicht sehen konnte.
    Nur ab und zu vorbei rauschende Autos störten die Kulisse.
    Links von Dana ein Reformhaus. Was hieß das auf Englisch? Health and wellness shop? Und auf Französisch? Noch schwieriger – magasin de produits saines?
    Die Videothek – im Schaufenster das Plakat von Kentucky Fried Movie; daneben eins, das Johnny Depp zeigte, mit Perlen und Ketten behangen, als schwulen Pirat; und ein Mann und eine Frau, nackt auf einem Bett aus roten Rosen liegend. FSK 18. Romeo & Juliet zwischen den Zeilen.
    Dana stellte sich vor, wie sie und er, den sie nicht kannte, so nebeneinander liegen würden, nur sie und er und ihre Blöße, und auf einmal schien er ihr vertraut. Hoffentlich begegnete sie ihm dann. Sie hatte das Gefühl, dieser Abend barg etwas ganz Besonderes.
    Der Tierladen – pets and animals.
    Photos im Schaufenster des Photographen („Art and Photography“) – die am besten gelungenen Bilder. Sie sollten neue Kunden anlocken. People take pictures of each other to prove that they really existed … wie die Kinks einmal gesungen haben.
    Aber so toll waren die Photographien gar nicht. Ihnen fehlte es an „Art“. Wenn das die besten sein sollten, na dann, Prost Mahlzeit. Vielleicht waren es auch nur die einzigen Deppen, die sich im Schaufenster ausstellen ließen: Ein dickes Brautpaar – sie sah aus wie ein Schneemann und er wie eine Kreuzung aus Marzipanschwein und Pinguin; eine sinnliche Rothaarige – aber ihr Lächeln verlor an Erotik durch den Überbiß; ein Baby. Wozu fotografierten die Leute Babys? Die sahen doch sowieso alle gleich aus. Wer guckte sich schon gerne Baby-Photos an? Und doch sagten alle: „Oh, süüüß!“
    Wo hatte sie nur die schlechte Laune her? El humor de perro?
    Und dann sah sie ihn. Sein Paßbild, um genau zu sein. Auch auf dem Photo schien er sie anzusehen, eindringlich … nein, er hatte nur in die Kamera geblickt, mehr nicht, das war doch albern, so lange dieses Bild anzustarren. Like a little schoolgirl, ein Cheerleader vom College, das seinen Helden anhimmelte. Sie drehte sich um, um weiter zu gehen …
    … und prallte fast mit ihm zusammen. Was? Das war unglaublich, supernatural! Es schien, als hätte ihre Sehnsucht ihn herbei gezaubert. Röte stieg Dana ins Gesicht, und für einen Moment blieb die Zeit stehen. Er warf einen Blick in ihre Augen, einen kurzen Blick nur, der jedoch Jahrhunderte in sich zu bergen schien, das Konzentrat eines Blicks. Er ging ihr durch und durch. Made her shiver.
    Und dann war der Moment vorbei. Die Zeit lief weiter. Und er ebenfalls. Dann zögerlich auch Dana.
    Ein Lächeln überwältigte sie. Sie konnte nichts dagegen tun.
    Jetzt brauchte sie gar nicht mehr in die Bibliothek zu gehen. Wie wohl sein Name war? Sollte sie umdrehen und ihm folgen? Miss Dana Marlow. Nein, so was Albernes.

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  • La música de los cuervos Teil 5

    November 15th, 2006 von buergermeister

    Als sie den PC abschaltete, war es dunkel draußen. Der Nachthimmel war schwarz wie das Gefieder der Raben, die jetzt wahrscheinlich schon auf den Ästen des Nußbaums hockten und schliefen.
    Und auch Dana würde bald schlafen.
    Sie hatte nicht für die Prüfungen gelernt heute … das schlechte Gewissen knabberte an ihr, ließ es sich schmecken.
    Für Marketing hatte sie noch gar nichts gemacht! Aber es war so schön gewesen, sie hatte so gelacht. Die beiden waren ja so schamlos …

    „Hallo Miento! Wie geht’s dir? Ist Poetricia schon da?“
    Dana drückte auf send. Sie saß vor ihrem Computer wie gestern um die gleiche Zeit. Das Buch lag nicht mehr auf dem Fensterbrett, sondern auf ihrem Schoß. Eigentlich hatte sie nur eine Definition mithilfe von Google heraussuchen wollen.
    „Hier bin ich, du blinde Nuß“, las sie. Und: „Hey, nenn’ mich nicht Miento, sondern benutz’ meinen vollständigen Namen, wenn ich bitten darf.“
    Dana lachte und schrieb: „Da breche ich mir immer die Zunge, äh, die Tasten. Außerdem, solange du mich Queeny nennst und nicht, wie es sich gegenüber Adligen gehört ‘Black Queen, Eure Majestät’, verstümmele ich deinen Namen, wie ich will :o )“
    „Grml!“
    „Und? What’s the news?“
    „Wir wollen uns treffen!“, schrieb Mia.
    „Esto va de veras? Wann denn?“
    „Übermorgen.“
    „Na, ihr seid ja mutig.“
    „Ha, wieso mutig?“
    „Ihr wißt schon, daß schon viele in natura dann enttäuscht voneinander waren …“
    „Danke, daß du uns soviel Mut machst, QUEENY.“
    „Keine Ursache.“
    „Allgemein mag das so sein, aber für uns nicht. So, Süße, laß’ uns jetzt mal allein“, schrieb Mia, „Bevor du uns mit weiteren optimistischen Reden beglückst.“
    „Hey, war nicht so gemeint …“
    „Haben wir auch nicht so aufgefaßt. Sehen wir uns morgen zum Sport?“
    „Ja, ist gut. Bis dann! Tut nichts unanständiges ;o)“
    Da haben die sie einfach raus geworfen … she got the boot … na so was. Aber so kam sie wenigstens noch etwas zum Lernen.
    Sie suchte ihre Notizen heraus – sus noticias – breitete sie vor sich aus und las. Die Worte gelangten zwar durch ihre Augen, drangen aber nicht bis zum Gehirn vor. Her thoughts travelled somewhere else. Na, wo waren ihre Gedanken wohl? Vielleicht sollte sie in die Bibliothek gehen, vielleicht sah sie ihn dort. Einmal war sie ihm dort begegnet. She’d go to the library. Yes. And work there for her exam.

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  • La música de los cuervos Teil 4

    November 14th, 2006 von buergermeister

    Da haben die sie einfach raus geworfen … she got the boot … na so was. Aber so kam sie wenigstens noch etwas zum Lernen.
    Sie suchte ihre Notizen heraus – sus noticias – breitete sie vor sich aus und las. Die Worte gelangten zwar durch ihre Augen, drangen aber nicht bis zum Gehirn vor. Her thoughts travelled somewhere else. Na, wo waren ihre Gedanken wohl? Vielleicht sollte sie in die Bibliothek gehen, vielleicht sah sie ihn dort. Einmal war sie ihm dort begegnet. She’d go to the library. Yes. And work there for her exam.

    Die Abendsonne schien sanft durch die Wolken hindurch und tauchte die Stadt, die Häuser, in rosarotes Licht. Der Tag endete rosa – one of the rose days … oder war das ihre Brille?
    Auch die Luft wirkte rosa, genauer ihr Duft – süß von irgendwelchen Blüten, die Dana nicht sehen konnte.
    Nur ab und zu vorbei rauschende Autos störten die Kulisse.
    Links von Dana ein Reformhaus. Was hieß das auf Englisch? Health and wellness shop? Und auf Französisch? Noch schwieriger – magasin de produits saines?
    Die Videothek – im Schaufenster das Plakat von Kentucky Fried Movie; daneben eins, das Johnny Depp zeigte, mit Perlen und Ketten behangen, als schwulen Pirat; und ein Mann und eine Frau, nackt auf einem Bett aus roten Rosen liegend. FSK 18. Romeo & Juliet zwischen den Zeilen.
    Dana stellte sich vor, wie sie und er, den sie nicht kannte, so nebeneinander liegen würden, nur sie und er und ihre Blöße, und auf einmal schien er ihr vertraut. Hoffentlich begegnete sie ihm dann. Sie hatte das Gefühl, dieser Abend barg etwas ganz Besonderes.

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    November 14th, 2006 von buergermeister

    Als sie den PC abschaltete, war es dunkel draußen. Der Nachthimmel war schwarz wie das Gefieder der Raben, die jetzt wahrscheinlich schon auf den Ästen des Nußbaums hockten und schliefen.
    Und auch Dana würde bald schlafen.
    Sie hatte nicht für die Prüfungen gelernt heute … das schlechte Gewissen knabberte an ihr, ließ es sich schmecken.
    Für Marketing hatte sie noch gar nichts gemacht! Aber es war so schön gewesen, sie hatte so gelacht. Die beiden waren ja so schamlos …

    „Hallo Miento! Wie geht’s dir? Ist Poetricia schon da?“
    Dana drückte auf send. Sie saß vor ihrem Computer wie gestern um die gleiche Zeit. Das Buch lag nicht mehr auf dem Fensterbrett, sondern auf ihrem Schoß. Eigentlich hatte sie nur eine Definition mithilfe von Google heraussuchen wollen.
    „Hier bin ich, du blinde Nuß“, las sie. Und: „Hey, nenn’ mich nicht Miento, sondern benutz’ meinen vollständigen Namen, wenn ich bitten darf.“
    Dana lachte und schrieb: „Da breche ich mir immer die Zunge, äh, die Tasten. Außerdem, solange du mich Queeny nennst und nicht, wie es sich gegenüber Adligen gehört ‘Black Queen, Eure Majestät’, verstümmele ich deinen Namen, wie ich will :o )“
    „Grrr!“
    „Und? What’s the news?“
    „Wir wollen uns treffen!“, schrieb Mia.
    „Esto va de veras? Wann denn?“
    „Übermorgen.“
    „Na, ihr seid ja mutig.“
    „Ha, wieso mutig?“
    „Ihr wißt schon, daß schon viele in natura dann enttäuscht voneinander waren …“
    „Danke, daß du uns soviel Mut machst, QUEENY.“
    „Keine Ursache.“
    „Allgemein mag das so sein, aber für uns nicht. So, Süße, laß’ uns jetzt mal allein“, schrieb Mia, „Bevor du uns mit weiteren optimistischen Reden beglückst.“
    „Hey, war nicht so gemeint …“
    „Haben wir auch nicht so aufgefaßt. Sehen wir uns morgen zum Sport?“
    „Ja, ist gut. Bis dann! Tut nichts unanständiges ;o)“

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  • La música de los cuervos Teil 2

    November 13th, 2006 von buergermeister

    War sie dabei, sich zu verlieben? To fall in love … tomber en amour?
    Das Klingeln des Telefons riß sie aus ihren Gedanken. Sie seufzte, kippelte mit dem Stuhl nach hinten, bis sie kurz davor war umzukippen, erreichte ihr Handy geradeso und nahm es in die Hand.
    „Hallo?“, sagte sie hinein.
    „Hallo Dana, hier ist Mia.“
    „Oh hallo! Wie geht’s ?“
    „Gut. Wo bist du gerade?“
    „At home.“
    „Klasse. Nicht dans la maison?“
    „A la maison, wenn schon. Wieso fragst du, wo ich bin?“
    „Entretenimiento ist wieder online. Willst du ein bißchen mit-chatten?“
    „Ja, kann ich machen. Ich werf gleich mal meine Kiste an. Bis dann! Wir lesen uns.“
    „Bis dann!“
    Dana erhob sich vom Stuhl vor ihrem Fenster und kehrte den Raben den Rücken, um sich vor ein anderes Fenster zu setzen, eines, das den Blick auf eine andere Welt freigab, ihren Computerbildschirm. Sie schaltete den Rechner ein und beobachtete, wie Linux hochfuhr. Sie grinste. Mia flirtete nun schon seit geraumer Zeit mit diesem Typen, Entretenimiento, warum auch immer er sich so nannte, und brauchte sie als Anstandsdame. Meistens chatteten sie zu dritt, aber Entretenimiento und Poetricia alias Mia tauschten ab und zu auch unter vier Augen Nachrichten aus. Oder was auch immer. Elektronische Liebkosungen.
    Dana konnte es nicht erwarten, ins Internet zu kommen. Es war doch immer wieder lustig, mit den beiden zu chatten und ihre Flirtereien zu beobachten. It was such fun. Sie fühlte sich ein bißchen wie ein Spanner …
    Das wurde heute nichts mehr mit Lernen. Her books had to wait.

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    November 13th, 2006 von buergermeister

    Die Raben tummelten sich zwischen roten und braunen Blättern, die unter dem kahlen Nußbaum lagen, stolzierten umher wie befrackte Vögel von Welt und ließen ab und zu ein knappes Krächzen vernehmen, tief und rauh. Kaum zu glauben, daß man sie zu den Singvögeln zählte. Aber so war es.
    Sie sangen den Blues. Die Musik der Schwarzen. La musique des noirs. The music of the blacks.
    Dana liebte es, in verschiedenen Sprachen zu denken, alle Sätze, die ihr in den Sinn kamen oder die andere sagten, zu drehen und zu wenden und in verschiedene Kleider zu stecken wie Anziehpuppen.
    Manchmal verlor sie sich darin, dann dauerte es lange, bis sie reagierte, oder sie antwortete in Spanisch oder Französisch. Englisch.
    Ihre Eltern hatten sich daran gewöhnt, auch ihre Freunde, die fanden es witzig; wer sie aber nicht kannte, fühlte sich befremdet. Oder hielt sie für eingebildet. Neunmalklug. Angeberisch.
    Das war sie aber nicht.
    Ein Buch lag aufgeschlagen vor ihr – „Grundlagen der Physik“ – a book of Science.
    Aber Dana blickte mehr aus dem Fenster, als zu lesen. Beobachtete die Raben, ohne sie wirklich zu beachten. Die Men in black. Birds in black.
    Nein, Danas Gedanken weilten anderswo. Bei einem Mann, den sie nicht kannte, a stranger. Dessen Blicke ihr aber um so vertrauter waren – sans regards poétiques. Looks full of poetry.
    Gestern war sie ihm begegnet, und sein Blick hatte sie getroffen wie ein sanfter Blitz. Und sie hatte sich seiner wieder erinnert. Hatte ihn erkannt. Sie konnte es nicht glauben, das war ja wie im Film. Als sie ihm zum ersten Mal über den Weg gelaufen war, hatte er sie auch so angesehen, so eindringlich, als wäre sie jemand ganz Besonderes, als wäre es Liebe auf den ersten Blick. Das war vor einem Jahr gewesen. Sie konnte es nicht verstehen, diese Ausdauer, diese Geduld. Wartete er auf sie? Oder war es nur Zufall? Bildete sie sich alles nur ein? Dann berührte sein Blick ihr geistiges Auge, und alle Zweifel waren fürs erste vergessen. Ein warmes Gefühl breitete sich in ihrem Körper aus, und ihr Mund verzog sich zu einem Lächeln, zu einem, das einfach kam, das sie überwältigte, einem echten; einem Duchenne-Lächeln.
    Sie wollte wissen, wer er war. Wollte sein Geheimnis ergründen, warum er sie so ansah, und das immer wieder und schon so lange.
    Eine Liedzeile von Diary Of Dreams, nein, falsch, den Walkabouts, kam ihr in den Sinn.

    I don’t care if it takes half the night
    or a life
    or if it’s all a slow dream

    Sie wollte ihn, diesen Traum, zur Realität werden lassen. Sei es für eine Nacht oder für einige Jahre, es war ihr egal. Sie wollte nur bei ihm sein. Jetzt.

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